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Quartalszahlen : Samsung hilft der Trend zum Homeoffice

Samsung konnte seinen Betriebsgewinn steigern - trotz Corona-Pandemie. Bild: AFP

Trotz der Coronavirus-Pandemie hat Südkoreas wichtigstes Unternehmen den Betriebsgewinn im ersten Quartal des Jahres gesteigert. Dabei geholfen hat die steigende Nachfrage nach Videokonferenzen und Kommunikation über das Internet.

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          Als eines der ersten großen Technologieunternehmen in Coronaviruszeiten hat Südkoreas Samsung Electronics am Dienstag einen Ausblick auf die Geschäftsergebnisse des Quartals vom Januar bis März gegeben. Mit einem erwarteten Betriebsgewinn von rund 6,4 Billionen Won (4,8 Milliarden Euro) schlug Samsung die Prognose von Analysten und meldete ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch schon jetzt ist klar, dass die Pandemie sich erst im gerade begonnenen zweiten Quartal in der Bilanz richtig bemerkbar machen wird.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Im ersten Quartal wütete das Virus überwiegend in China und Südkorea und belastete Samsungs Produktion. Doch erst im zweiten Quartal würden der Konsumeinbruch und die Geschäftsschließungen etwa in Europa und in der Vereinigten Staaten wirklich auf die Bilanz durchschlagen, warnt ein Industriebeobachter in Seoul.

          Samsung profitiert bislang von seinem breit aufgestellten Produktportfolio, von Halbleitern bis zu Handys und weißer Ware. Analysten führen den Gewinnzuwachs im ersten Quartal überwiegend darauf zurück, dass mit dem wachsenden Bedarf an Arbeit im Heimbüro und an Kommunikation und Unterhaltung über das Internet der Markt für Computer in Datenzentren wächst. Das hilft Samsung, weil es damit mehr seiner elektronischen Speicherbausteine verkaufen kann. Die Preise für Speichermodule sind in den ersten Monaten gestiegen und werden weiter steigend prognostiziert.

          In verbrauchernahen Geschäftsfeldern wie Handys, Fernsehern oder Haushaltsgeräten erwarten Analysten für Samsung dagegen Rückgänge im ersten Quartal. Für Samsung, dem größten Smartphonehersteller der Welt, wäre das ein Schlag, weil es das neue S20-Modell und ein zweites faltbares Smartphone vorgestellt hatte. Samsung selbst wird Details zu den Quartalsergebnissen erst gegen Ende April vorlegen. Den gesamten Umsatz bezifferte das Unternehmen für das erste Quartal vorläufig auf etwa 55 Billionen Won oder 4,9 Prozent mehr als  vor einem Jahr.

          Die Aktie von Samsung gewann am Dienstag in Seoul im Verlauf um 1 Prozent auf 49200 Won. Der Anteilsscheine hat seit Jahresbeginn rund 13 Prozent verloren, liegt damit aber besser als der Gesamtmarkt mit einem Minus des Kospi-Index von 18 Prozent.

          Südkorea hat den Höhepunkt der Pandemie scheinbar hinter sich mit zuletzt weniger als 50 Neuinfektionen am Tag. Samsung hielt die Produktion im Inland weitgehend aufrecht. Bei den Halbleitern, die in Reinräumen hergestellt werden, gab es keine Störungen. Produktionsunterbrechungen gab es aber zeitweise in anderen Fabriken, weil diese desinfiziert werden mussten, wenn Arbeiter durch das Virus infiziert wurden. Im März verlagerte Samsung deshalb Teile der südkoreanischen Handyproduktion nach Vietnam, wo es auch schon zuvor Handys herstellte.

          Obwohl Samsung mit seinen Halbleitern vom Virus-bedingten Trend zur Heimarbeit profitiert, hat das Unternehmen ironischerweise im Heimatland keine generelle Anweisung zur Arbeit im Heimbüro erlassen. Die Beschäftigten arbeiteten weitgehend normal weiter, berichtete eine Sprecherin. Sie seien aber verpflichtet, vor dem Betreten der Betriebsstätte Gesichtsschutzmasken anzulegen.

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