https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/corona-krise-lufthansa-macht-milliardenverlust-17848125.html

Corona-Krise : Lufthansa macht Milliardenverlust – und rechnet mit einer Erholung

  • Aktualisiert am

Passagiermaschinen der Lufthansa stehen auf dem Rollfeld des Flughafens Frankfurt. Bild: dpa

Auch im zweiten Corona-Jahr schreibt die Lufthansa tiefrote Zahlen, verringert den Verlust aber deutlich. Nun rechnet sie mit einem starken Reisejahr.

          2 Min.

          Die Lufthansa erwartet nach einem erneutem Milliardenverlust in der Corona-Krise eine kräftige Erholung. Eine Gewinnprognose traut sich das Management um Vorstandschef Carsten Spohr aber wegen der Unsicherheit über die Folgen der Ukraine-Krise nicht zu. „Wir sind sehr sicher, dass der Luftverkehr in diesem Jahr einen starken Aufschwung erleben wird“, erklärte Spohr am Donnerstag. „Jetzt lassen wir die Krise mental und - mit Blick auf die starken Buchungszahlen in diesem Jahr - auch geschäftlich hinter uns.“

          Ein detaillierter Finanzausblick sei derzeit nicht möglich, sagte Spohr. Nach einem schwachen ersten Quartal soll es aber deutlich aufwärts gehen, sodass sich das Ergebnis verbessern werde. Die Buchungen für Oster- und Sommerferien hätten fast schon das Vorkrisenniveau von 2019 erreicht.

          Im Gesamtjahr will die Lufthansa-Gruppe, zu der auch Eurowings, Swiss, Austrian und Brussels Airlines gehören, bei Passagierflügen mehr als 70 Prozent der Vorkrisenkapazität anbieten nach nur 40 Prozent im vergangenen Jahr. Das Unternehmen schrieb auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie tiefrote Zahlen, verringerte den Verlust aber deutlich. Operativ fiel 2021 ein Minus von 2,3 Milliarden Euro an nach 5,5 Milliarden Euro im Vorjahr, als die Corona-Pandemie ausgebrochen war. Die Lufthansa schnitt damit so ab wie am Markt erwartet. Mehrere Covid-Krankheitswellen weltweit bremsten die Nachfrage, da die Regierungen mit harten Quarantänepflichten und anderen Auflagen die Ausbreitung des gefährlichen Virus bekämpften.

          Frachtsparte mit Rekordgewinn

          Die Netzwerk-Airlines machten wegen des noch schwachen Langstreckengeschäfts einen hohen operativen Verlust. Der auf Europa fokussierte Ferienflieger Eurowings konnte sein Minus deutlich senken. Lufthansa-Cargo riss den Konzern mit einem Rekordgewinn von 1,5 Milliarden heraus, denn knappes Angebot und hohe Nachfrage nach Luftfracht ermöglichten einen starken Preisanstieg. Lufthansa Technik und das Catering machten ebenfalls Gewinn.

          Den Nettoverlust konnte die mit hoher Staatshilfe vor dem Aus gerettete Airline-Gruppe um zwei Drittel auf 2,2 Milliarden Euro senken, bei einem Umsatz von 16,8 Milliarden Euro. Die Passagierzahl stieg um 29 Prozent auf 47 Millionen. Vor der Corona-Krise waren es mehr als 140 Millionen.

          In der Corona-Krise trennte sich die Lufthansa von 30.000 Beschäftigten, ohne dass es in Deutschland zu betriebsbedingten Kündigungen kam. Ende letzten Jahres hatte der Konzern weltweit noch 105.000 Mitarbeitende. Die Personalkosten seien strukturell um zehn Prozent gesenkt worden. Bis 2024 sollen sie um 15 bis 20 Prozent unter dem Vorkrisenniveau liegen. „Die Lufthansa Group ist heute effizienter und nachhaltiger als vor der Pandemie“, erklärte Spohr. Die Airline-Gruppe will auch künftig eine der fünf größten der Welt sein.

          Weitere Themen

          Auch Spotify streicht Stellen

          Musikstreaming-Marktführer : Auch Spotify streicht Stellen

          Der Umsatz und auch die Zahl der Abonnenten wuchs zuletzt zwar weiterhin stabil. Doch Investoren haben schon länger die Kostenseite im Blick. Nun folgt Spotify dem Beispiel diverser Tech-Konzerne und streicht rund sechs Prozent der Stellen.

          Topmeldungen

          Am vergangenen Wochenende demonstrierten in London Anhänger des schottischen Selbstidentifikations-Regelung für Trans-Rechte.

          Debatte über Transrechte : Vergewaltiger im Frauengefängnis

          Die schottische Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon ist im Streit um Transrechte in die Defensive geraten. Nachdem ein Vergewaltiger in ein Frauengefängnis sollte, beugte sie sich jetzt Protesten.
          Bernard Arnault (vierter von links) im Kreise der Familie

          Wer leitet künftig LVMH? : Der Schatz der Arnaults

          Der reichste Mann der Welt hätte allen Grund, sich zur Ruhe zu setzen – tut es aber nicht. Seine Nachfolgeplanung bleibt ein wohlbehütetes Geheimnis.
          Monika Schnitzer ist seit 2022 Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Das fünfköpfige Gremium berät die Bundesregierung zur Wirtschaftspolitik.

          Monika Schnitzer : Revoluzzerin mit unangenehmen Botschaften

          Wer recht hat, bekommt nicht immer Beifall. Trotzdem wagt die oberste Wirtschaftsweise, Monika Schnitzer, klare Ansagen zur Rente, zum Fachkräftemangel und zur Einwanderung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.