https://www.faz.net/-gqe-9yvfu

Corona-Krise : EU-Kommission genehmigt Staatshilfe für Condor

  • Aktualisiert am

Die Luftfahrt ist von der Pandemie besonders betroffen. Bild: dpa

Nothilfe gegen die Corona-Krise: Die Bundesregierung darf dem angeschlagenen Ferienflieger helfen. Und was bekommt die Lufthansa?

          2 Min.

          Die angeschlagene Ferienfluggesellschaft Condor bekommt neue Staatshilfen. Die EU-Kommission erteilte angesichts der Coronavirus-Pandemie am Montag die Genehmigung für ein Kreditprogramm der Bundesregierung in Höhe von insgesamt 550 Millionen Euro. Condor erhalte aus dem deutschen Corona-Schutzschild-Programm ein Darlehen über 294 Millionen Euro, wie wiederum das Unternehmen selbst mitteilte.  Der staatliche Überbrückungskredit, durch den Condor nach der Pleite seines Mutterkonzerns Thomas Cook im Herbst der Insolvenz entging, werde mit 256 Millionen Euro refinanziert. Neben dem Bund springt auch das Land Hessen der Fluggesellschaft bei.

          Wegen der Corona-Pandemie ist nicht nur der Luftverkehr in Europa weitgehend erlahmt. Auch die Übernahme von Condor durch die polnische LOT-Mutter PGL scheiterte,  weil diese jetzt selbst Staatshilfe benötigt. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) begründete die weitere Unterstützung mit guten Aussichten für die Airline: „Das Unternehmen war in normalen Zeiten operativ gesund und profitabel und hat eine gute Zukunftsperspektive.“

          Ein staatliches Rettungspaket für die Deutsche Lufthansa wird unterdessen zum Thema auf höchster Ebene. Es zeichnet sich ein Termin von Vorstandschef Carsten Spohr mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und weiteren Kabinettsmitgliedern ab. Aus Regierungskreisen hieß es zwar, dass ein Spitzentreffen zum Anfang der neuen Woche nicht bestätigt werden könne.

          Hilfe in Frankreich schon auf dem Weg

          Doch Klärungsbedarf gibt es. In der Koalition besteht Uneinigkeit, ob der Staat im Gegenzug zu Milliardenhilfen Lufthansa-Aktionär werden soll. In Unionskreisen dominiert die Haltung, dass es besser für den Konzern sei, wenn der Staat nicht in unternehmerische Entscheidungen hineinredet. Aus der SPD kommen Forderungen nach diesen Mitsprachemöglichkeiten.

          In Berlin ist man daher bemüht, Erwartungen auf einen schnellen Abschluss der Rettungsgespräche zu dämpfen. Zudem steht eine Freigabe der EU-Kommission für den deutschen Wirtschaftsstabilisierungsfonds, aus dem ein wesentlicher Teil der Lufthansa-Hilfen kommen soll, noch aus.

          Für den französisch-niederländischen Konkurrenten Air France-KLM ist das Rettungspaket indes mittlerweile festgezurrt. Auch dort fehlt die Genehmigung der EU-Kommission, doch am grünen Licht aus Brüssel hat man wenig Zweifel. Air France soll im Einzelnen von einem Konsortium aus sechs Banken einen Kredit von 4 Milliarden Euro erhalten. Das Darlehen mit einer Laufzeit von zwölf Monaten wird zu 90 Prozent staatlich garantiert.

          Darüber hinaus erhält Air France vom französischen Staat ein Darlehen über 3 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von 4 Jahren. Beide Kredite können verlängert werden. Die niederländische Regierung wird nach eigenen Angaben Hilfen von 2 bis 4 Milliarden Euro an KLM vergeben. Die Gesamtunterstützung beläuft sich somit auf 9 bis 11 Milliarden Euro. Für Lufthansa geht es um bis zu 10 Milliarden Euro.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der Start am Weltraumbahnhof in Florida

          Cape Canaveral : Erste bemannte SpaceX-Rakete erfolgreich gestartet

          Es ist der erste bemannte Weltraumflug Amerikas seit neun Jahren – die Privatfirma SpaceX hat ihre Crew-Dragon-Kapsel ins All geschickt. Der erfolgreiche Start der zweistufigen Rakete bedeutet eine grundsätzliche Abkehr von der Art und Weise, mit der Astronauten bisher in den Orbit befördert werden.
          Nicht nur am Mainufer, sondern auch an der Frankfurter Börse herrscht frühlingshafter Optimismus.

          Steigende Kurse trotz Krise : Das Börsenvirus

          Die Wirtschaft liegt noch am Boden, doch die Kurse an der Börse steigen und steigen. Kann die Wette auf die bessere Zukunft aufgehen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.