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Warenhauskette : Karstadt Kaufhof könnte weniger Filialen schließen als befürchtet

  • Aktualisiert am

Eine Filiale von Galeria Karstadt Kaufhof in Berlin Bild: Reuters

80 Häuser stünden „im Feuer“, sagt Sachwalter Kebekus. Doch für einige von ihnen hat er noch Hoffnung – wenn die Vermieter Zugeständnisse machen.

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          Bei der angeschlagenen Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof könnten weniger Filialen geschlossen werden als befürchtet. „Von den insgesamt 172 Warenhäusern könnten am Ende im Idealfall vielleicht fast zwei Drittel weiter machen“, sagte der gerichtlich bestellte Sachwalter Frank Kebekus der „Wirtschaftswoche“ in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview. Er soll zusammen mit dem Generalbevollmächtigten Arndt Geiwitz die Kette sanieren.

          In den ursprünglichen Sanierungsplänen war davon die Rede, dass rund die Hälfte der Häuser vom Aus bedroht sei. „Wir haben allen Beteiligten klar gemacht, dass 80 Häuser ’im Feuer’ stehen. Das ist aber nicht die endgültige Zahl“, sagte Kebekus. Es gebe Filialen, deren Betrieb fortgesetzt werden könne, wenn die Vermieter Zugeständnisse machten. Mit diesen verhandele man über Mietnachlässe.

          Eine Milliarde Euro Umsatzverlust?

          Galeria Karstadt Kaufhof kämpft in der Corona-Krise ums Überleben. Der Warenhaus-Riese hatte Anfang April ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Dieses gilt als Vorstufe der Insolvenz, folgt den gleichen Regeln und mündet oft in ein reguläres Insolvenzverfahren. Der Konzern gehört der Signa-Holding des österreichischen Immobilien-Investors Rene Benko. Die Gewerkschaft Verdi hatte dem Management vorgeworfen, es wolle die Corona-Krise für einen Kahlschlag missbrauchen.

          Geiwitz bekräftigte, dass die Sanierer mit einem Umsatzverlust in diesem Jahr wegen der Folgen der Corona-Pandemie von einer Milliarde Euro rechnen. Es könne aber noch mehr werden: „Wir rechnen auch nicht damit, dass die Kunden im kommenden Jahr wieder so einkaufen werden wie vor Corona. Das heißt, bis Ende 2022 könnten die Umsatzeinbußen sogar auf insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro steigen“, sagte er.

          Betroffen könnte auch Benkos Signa-Gruppe sein, die auch zahlreiche der Warenhaus-Immobilien besitzt. Die Filialen der Immobiliengruppe seien von Schließungen allerdings „sicher unterdurchschnittlich betroffen, weil Signa tendenziell eher die besseren Objekte besitzt, also solche, die sich rechnen“, sagte Kebekus. Auch von Signa würden aber Zugeständnisse erwartet.

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