https://www.faz.net/-gqe-a9we0

Corona-Umfrage : Chefs wollen wissen, welcher Mitarbeiter geimpft ist

  • -Aktualisiert am

Virtuell oder in Präsenz?: Corona erzwingt in vielen Branchen und Unternehmen neue Formen der Arbeit und Kommunikation. Bild: dpa

Sind Dienstreisen und Präsenz-Meetings noch erlaubt – und dürfen nur noch Geimpfte ins Büro? Eine große Umfrage unter Unternehmenslenkern zu den Folgen der Pandemie zeigt, womit Arbeitnehmer nun rechnen müssen.

          2 Min.

          Corona-Impfungen sind aus Sicht der Wirtschaft offenbar keine reine Privatangelegenheit. So will die große Mehrheit der deutschen Unternehmen ihre Mitarbeiter auffordern, den Arbeitgeber über erfolgte Impfungen zu informieren. Das ergab eine große Umfrage durch das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG bei 500 Chefs internationaler Unternehmen.

          Mark Fehr
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Laut der KPMG-Umfrage ist eine klare Kommunikation über Impfungen aus Sicht der Chefs relevant für ihre Unternehmen. Dazu sagt Angelika Huber-Straßer, Bereichsvorstand Corporates bei KPMG Deutschland: „Viele CEOs sind besorgt, dass nicht alle ihre Mitarbeiter Zugang zu einem Covid-19-Impfstoff haben werden, was sich auf bestimmte Märkte und Teile der Unternehmenstätigkeit nachteilig auswirken kann.“

          Impfungen werden laut KPMG als der zentrale Schlüssel für die Immunisierung weiter Teile der Weltbevölkerung und die Bekämpfung der Pandemie gesehen. Dabei sei allerdings zu erwarten, dass es einige Zeit dauern werde, bis die Impfkampagnen abgeschlossen seien.

          Konkret für Deutschland ergab die international durchgeführte KPMG-Umfrage, dass 94 Prozent der Unternehmen ihre Mitarbeiter auffordern wollen, sie über erfolgte Impfungen zu informieren. Ein Viertel der deutschen Unternehmen erwartet zudem, von Kunden und Besuchern über deren Impfstatus informiert zu werden. Unternehmen sollten laut KPMG deshalb darauf vorbereitet sein, diese Daten zu erfassen und gleichzeitig Datenschutzregeln einzuhalten. Das sei keine leichte Aufgabe, wie die Diskussion über die Corona-Warn-App gezeigt habe.

          Sogar Bewerbungsgespräche künftig virtuell

          Ihre Informationsbedürfnisse und Maßnahmen begründen die Unternehmen damit, Mitarbeiter und Kunden vor der Pandemie schützen zu wollen. Ein Drittel der befragten deutschen Unternehmenschefs will aus diesem Grund auch weiterhin Dienstreisen von Mitarbeitern einschränken.

          In diesem Punkt sind die deutschen Top-Manager laut KPMG vorsichtiger als ihre internationalen Kollegen. Die Einschränkung von Dienstreisen zeige, dass eine Rückkehr zu einem Zustand wie vor der Pandemie nicht erreicht werden könne.

          Die Corona-Pandemie hat ortsunabhängiges Arbeiten in fast allen Unternehmen regelrecht erzwungen. Bisher waren diese Formen des Arbeitens, etwa das mittlerweile populäre Homeoffice, laut KPMG eher ein Thema für Individualisten und Aussteiger. Künftig aber würden solche Arbeitsformen viele Branchen und Unternehmen prägen.

          Auch für die Kommunikation mit Kunden und Geschäftspartnern setzen Unternehmenslenker auf virtuelle Kommunikation über digitale Plattformen. Instrumente dafür seien Chat Bots, Social Media aber auch die gute alte Unternehmens-Webseite oder der noch altmodischere Griff zum Telefon. Die Hälfte der befragten Chefs will sogar Bewerbungsgespräche künftig verstärkt virtuell führen.

          Mit Blick auf die Frage, ob dank Impfungen eine rasche Rückkehr zur Normalität möglich sei, sind viele Unternehmenschefs eher pessimistisch. 46 Prozent der internationalen Befragten rechnen nicht vor dem kommenden Jahr damit. Nur etwa ein Drittel geht davon aus, dass noch in 2021 eine Rückkehr zur Normalität möglich sei. Und 22 Prozent sagen sogar, dass sich ihre Geschäfte und Arbeitsabläufe durch die Pandemie für immer verändert hätten.

          KPMG hat 500 Chefs der größten Unternehmen in 11 Ländern befragt, davon 50 in Deutschland. Weitere Länder waren etwa Amerika, China, Japan oder Australien. Die Befragung erfolgte durch telefonische Interviews im Februar und März 2021. Befragt wurden nur Unternehmen mit mindestens 500 Millionen Dollar Umsatz.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Jonathan Hilbert feiert seine Silber-Medaille in Sapporo.

          50-Kilometer-Geher : Hilbert schafft Silber-Sensation

          Jonathan Hilbert hat in Sapporo einen Silber-Gang hingelegt. Mit einer taktischen Meisterleistung sicherte sich der Thüringer den Medaillengewinn bei den Olympischen Spielen. Es ist eine Abschiedsvorstellung für die 50-Kilometer-Geher.
          Lionel Messi war im Jahr 2000 nach Barcelona gekommen – nun verlässt er den Klub.

          Messi verlässt Spanien : Der große Knall

          Der argentinische Superstar verlässt den FC Barcelona, für den er mehr als zwei Jahrzehnte gespielt hat. In Spanien wird nun darüber spekuliert, wohin es Lionel Messi ziehen könnte.

          Waldbrände in der Türkei : Erdogan kennt die Schuldigen

          Die Türkei, sagt Staatspräsident Erdogan, kämpfe gegen die schlimmsten Waldbrände ihrer Geschichte. Kritik an seiner Regierung weist er zurück – und greift an.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.