https://www.faz.net/-gqe-aad86

Vakzin von Valneva : ​Der nächste Hoffnungsschimmer am Impf-Horizont

In der Impfstoff-Produktion von Valneva Bild: Christian Schubert

Valneva meldet gute Ergebnisse für seinen Impfstoff gegen Covid-19. Er setzt auf eine altbewährte Technologie. Die Briten haben längst bestellt, warum nicht die EU?

          5 Min.

          Von außen wirkt der Zweckbau unscheinbar. In einem Industriegebiet bei Nantes liegt neben einem Reinigungsunternehmen für Autos und hinter einem Krankenhaus ein rechteckiges Gebäude. Anders als es die gräuliche Glasfassade vermuten ließe, passiert innen Hochspannendes: Hier hantieren sie auf höchstem Sicherheitsniveau mit Sars-CoV-2; und sie bekämpfen das Virus zunächst gar nicht, sondern füttern es unter anderem mit Zucker, Vitaminen und Lipiden, denn es soll sich möglichst oft vermehren. Vollmaskierte Mitarbeiter in Ganzkörper-Schutzanzügen füllen hinter dicken Glasscheiden mit Pipetten Flüssigkeiten um. „Wir geben dem Virus auf mikroskopischer Ebene das, was wir Menschen auf makroskopischer Ebene essen“, sagt eine französische Biologin, die durch das Forschungszentrum des Impfstoffherstellers Valneva führt.

          Im Herbst soll der Impfstoff auf den Markt kommen

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Das französisch-österreichische Biotechunternehmen könnte der nächste Hoffnungswert im Kampf gegen die Pandemie sein. Am Dienstag gab Valneva bekannt, dass die Forschungsphasen 1 und 2 erfolgreich verliefen und Ende April die dritte Phase an 4000 bis 5000 Patienten beginnen soll. „VLA2001“, so der Name des Impfstoffes, habe in mehr als 90 Prozent der rund 150 erwachsenen Studienteilnehmer im Alter von 18 bis 55 Jahren „in allen getesteten Dosisgruppen signifikante Mengen an Antikörpern gegen das Spike-Protein des Sars-CoV-2-Virus entwickelt“, teilte Valneva mit. Anlass zu Sicherheitsbedenken gäbe es nicht. Auch zur Bildung der wichtigen T-Zellen sei es in erheblichem Maße gekommen. „Unser Produkt kommt im Herbst auf den Markt, wenn alles gut geht“, kündigt der Valneva-Vorstandsvorsitzende, der Deutsche Thomas Lingelbach, im Gespräch mit der F.A.Z. an.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          F.A.Z. PLUS:

            F.A.Z. digital

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Ein Arbeiter trägt einen Abgeordnetenstuhl durch den Plenarsaal.

          Söder oder Laschet : Ein Grund für CDU-Abgeordnete, für Söder zu sein

          Viele Abgeordnete der CDU haben Söder unterstützt, weil sie glauben, er sei besser in der Lage, ihren Sitz im Bundestag zu retten. Laschet-Anhänger sehen sich weniger auf die Umfrage-Lokomotive aus Bayern angewiesen.
          Die Intensivstationen in Brasilien sind voll.

          Mutante in Brasilien : Ein Schreckgespenst mit dem Namen P.1

          Die Intensivstationen in Brasilien sind zu mehr als der Hälfte mit Patienten unter 40 Jahren belegt. Der rasche Anstieg der Infektionen könnte mit der Mutante P.1 zusammenhängen – auch zuvor bereits Infizierte sind nicht sicher.