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Modernas Corona-Vakzin : Ein Impfstoff für die Kleinsten

Die EMA empfiehlt Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren mit Moderna zu impfen (Symbolbild). Bild: Picture-Alliance

Schon von sechs Monaten an sei Spikevax geeignet, sagt der Hersteller Moderna. Und im Herbst könnte das Vakzin dann auch gegen die Omikron-Variante besser helfen.

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          Modernas Corona-Impfstoff mRNA-1273, besser be­kannt unter seinem Handelsnamen Spikevax, ist auch für Kleinkinder sicher. Das legen Forschungsergebnisse nahe, die das Unternehmen am Mittwoch veröffentlichte. In einer klinischen Phase-2/3-Studie wurden Gruppen von Halb- bis Zweijährigen und von Zwei- bis Sechsjährigen geimpft. Die jungen Probanden zeigten dabei robuste Immunantworten in Form neutralisierender Antikörper, wie es hieß, verbunden mit einem günstigen Sicherheitsprofil.

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Für die Kinder wurde die Dosis auf 25 Mikrogramm reduziert. Das entspricht einem Viertel der Erwachsenendosis. Basierend auf den neuen Daten will Moderna nun Zulassungsanträge für eine Zwei-Dosen-Serie für jüngere Kinder bei den zuständigen Behörden in Amerika und Europa, der FDA und der EMA, einreichen. Für Kinder unter fünf Jahren ist in der EU derzeit noch kein Corona-Impfstoff zugelassen.

          „Gute Nachricht für Eltern“

          „Wir glauben, dass diese jüngsten Resultate eine gute Nachricht für Eltern von Kindern unter sechs Jahren sind“, sagte der Moderna-Vorstandsvorsitzende Stéphane Bancel. Man wolle weiter helfen, die Corona-Pandemie mit einem Impfstoff für Kinder aller Altersgruppen zu beenden. An der Studie in den Vereinigten Staaten und Kanada namens Kidcove nahmen insgesamt 11.700 Kinder teil, darunter 2500 bis zwei Jahre und 4200 Zwei- bis Sechsjährige. Das Vakzin war für die beiden jüngsten Altersgruppen ähnlich gut verträglich wie für die älteren Kinder (sechs bis zwölf Jahre), die Heranwachsenden (zwölf bis 17 Jahre) und die Erwachsenen. Die Mehrzahl der unerwünschten Ereignisse, wie Fieber, fiel den Angaben zufolge leicht oder mäßig aus, und sie traten häufiger nach der zweiten Dosis auf. Schwere Erkrankungen, Krankenhausaufenthalte oder Todesfälle habe es in der Studie nicht gegeben.

          Der Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus war allerdings auch relativ gering. Die Studie fand während der Ausbreitung der hoch ansteckenden Omikron-Variante statt. Demnach lag die Wirksamkeit des Impfstoffs für die Kinder zwischen sechs Monaten und zwei Jahren bei 43,7 Prozent, in der Altersgruppe zwischen zwei und sechs Jahren bei 37,5 Prozent. Laut Moderna sind dies ähnliche Werte wie bei Erwachsenen. Zweifel, ob Kinder unter sechs Jahren überhaupt eine Corona-Impfung benötigen, versuchte Modernas Medizinchef Paul Burton im Gespräch mit der F.A.Z. zu zerstreuen. Von Omikron und der noch ansteckenderen Subvariante BA.2 seien Jüngere überdurchschnittlich stark betroffen: „Es ist immer noch eine Krankheit, die sich auf Kinder auswirkt. Einen effektiven Impfstoff für sie zu haben ist wirklich wichtig.“

          Das Unternehmen ist gerade dabei, sein Vakzin an Omikron anzupassen. Derzeit sind laut Burton zwei entsprechende Impfstoffe in der Entwicklung: ein spezifischer für die Omikron-Variante und ein bivalenter, der das ursprüngliche Vakzin mit Omikron kombiniert und auch gegen die Delta-Variante schützt. Daten dazu seien im Mai oder Anfang Juni zu erwarten. Nach der Zulassung könnte der Impfstoff dann im Herbst oder Winter zur Verfügung stehen, ließ Burton durchblicken.

          Angesichts der Diskussion um Lockerungen warnte Burton davor, das Thema Corona auf die leichte Schulter zu nehmen. „Ich weiß, es gibt viel Impfmüdigkeit, aber jetzt ist nicht die Zeit, in der Wachsamkeit nachzulassen.“ Die Menschen müssten weiterhin vorsichtig bleiben, auch mit Maßnahmen wie Masketragen und Abstandhalten: „Das ist eine ernsthafte Krankheit, wir dürfen nicht nachlässig werden.“

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