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Impfstoff-Hersteller Moderna : „Wir müssen einen kleinen Gewinn machen“

Eine Probandin lässt sich mit der Impfung von Moderna behandeln. Bild: AFP

Moderna ist weit fortgeschritten mit einem Corona-Impfstoff. Europa und Amerika haben sich Dosen gesichert. Im F.A.Z.-Gespräch warnt der Chef des amerikanischen Biotechunternehmens vor den Herausforderungen in der Impfstoff-Verteilung.

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          Wenig interessiert derzeit so sehr, wie es Nachrichten aus den Laboren der forschenden Impfstoffhersteller tun. Das amerikanische Biotechunternehmen Moderna hat am Mittwoch nun weitere Daten aus einer klinischen Studie der frühen Phase 1 des Corona-Vakzins bekanntgegeben, in der auch ältere Probanden getestet wurden. „Die Antikörper waren in den beiden Gruppen mit älteren Probanden dabei genauso hoch wie bei den jüngeren“, sagte Moderna-Vorstandschef Stéphane Bancel im Gespräch mit der F.A.Z. über den Forschungserfolg. Das ist insofern relevant, als insbesondere Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen anfälliger sind für das Coronavirus. Jeweils zehn Probanden im Alter zwischen 56 und 70 Jahren sowie von 71 Jahren und älter seien getestet worden, sagte er. „Das Antikörper-Level war in allen Gruppen gleich hoch“, sagte er.

          Ilka Kopplin

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Moderna arbeitet genau wie die deutschen Konkurrenten Curevac aus Tübingen und Biontech aus Mainz an einer Impfung auf Basis von mRNA, also den Botenstoffen, die für die Kommunikation zwischen den Zellen verantwortlich sind. Sie werden gentechnisch so programmiert, dass sie Proteinbestandteile des Virus herstellen, gegen die sich dann eine Immunreaktion bildet. Solche Impfungen gelten als schnell zu produzieren, sind aber bislang noch nie zugelassen worden. Die Impfungen von Moderna und Biontech unterscheiden sich unter anderem in der verabreichten Dosismenge.

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