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Corona-Vakzin CVnCoV : Curevac startet Zulassungsverfahren mit Europäischer Arzneimittelbehörde

In der Fabrik des Partnerunternehmens von Curevac, Glaxo Smith Kline, wo der Impfstoff produziert werden soll Bild: AFP

Im Rennen um den Covid-Impfstoff ist das Unternehmen im Rückstand. Aber jetzt geht es in die entscheidende Phase für die Marktzulassung seines Impfstoffes in Europa.

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          Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac hat das rollierende Zulassungsverfahren für seinen Corona-Imfpstoffkandidaten CVnCoV gestartet und damit einen entscheidenden Schritt in Richtung Marktzulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur EMA getan.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Für das Verfahren werden nun jeweils aktuelle Datenpakete mit Studienergebnissen zu dem auf mRNA-Basis entwickelten Impfstoff eingereicht. Die EMA kann somit fortlaufend überprüfen, ob die Standards für die Wirksamkeit des Impfstoffs, die Sicherheit und die pharmazeutische Qualität eingehalten werden – was wiederum Kriterien für den formellen Marktzulassungsantrag sind.

          Curevac testet derzeit CVnCoV in Europa und Lateinamerika mit einer Dosisstärke von 12 Mikrogramm, einer deutlich niedrigeren Dosis als die mit der gleichen Technologie arbeitenden Hersteller Biontech und Moderna, die beide schon eine Zulassung haben.

          Biontech hatte das rollierende Zulassungsverfahren im Oktober gestartet, die Marktzulassung Anfang Dezember beantragt und Ende Dezember erhalten. Curevac hat bisher in Aussicht gestellt, im zweiten Quartal den Zulassungsantrag bei der EMA stellen zu können. 

          Das Tübinger Unternehmen, an dem sich im vorigen Frühsommer auch die Bundesrepublik mit 300 Millionen Euro beteiligt hat, liegt damit deutlich hinter den Konkurrenten Biontech und Moderna zurück. Zu den Gründen für diesen Verzug sagte jüngst der Gründer des Unternehmens, Ingmar Hoerr, im Interview mit dieser Zeitung: „Jemand, der im Rennen zeitlich zurückliegt, ist nicht automatisch auch der Verlierer, wenn er andere Qualitäten hat: Curevac wollte einen bezahlbaren und vor allem einen gut haltbaren Impfstoff entwickeln, denn in den ärmeren Ländern der Welt lässt sich keine Kühlkette bei minus 70 Grad aufrechterhalten. Das hat Curevac geschafft.“ 

          Die längerfristige Perspektive demonstriert das Unternehmen mit seinen 500 Mitarbeitern auch in der erst vor einer Woche angekündigten Entwicklung eines Covid-Impfstoffs der nächsten Generation, der gegen mehrere mögliche Mutationen von Sars-CoV2 gleichzeitig helfen soll. Für diese Entwicklung hat sich Curevac mit GSK (GlaxoSmithKline) zusammen getan, dem größten Impfstoffproduzenten der Welt. In Sachen Mutanten hat Curevac zudem die Zusammenarbeit mit der britischen Regierung und deren Impfstoff-Taskforce ITF angekündigt.

          Das Tempo für die laufende Impfkampagne soll zudem erhöht werden, indem mehrere Pharma- und Biotech-Unternehmen bei Produktion und Vermarktung helfen, darunter auch der Bayer-Konzern, der eigens ein Werk in Wuppertal aufrüstet.

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