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Impfstoffentwicklung : Curevac meldet „sehr ermutigende“ Daten

Curevac will noch vor Ende des Jahres mit einer groß angelegten klinischen Studie des potentiellen Corona-Impfstoffs starten. Bild: Reuters

Das Tübinger Biotechunternehmen hat positive Ergebnisse aus der ersten klinischen Studienphase mit dem potentiellen Corona-Impfstoff veröffentlicht. Noch vor Ende des Jahres soll ein groß angelegter Test mit zig tausend Probanden starten.

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          Curevac hat positive Zwischenergebnisse aus der klinischen Studie der Phase 1 seines Corona-Impfstoffkandidaten CVnCoV mitgeteilt und sieht sich auf gutem Weg, noch vor Ende des Jahres mit einer groß angelegten klinischen Studie zu starten. Der Impfstoffkandidat zeigte demnach in allen Dosisstärken eine allgemein gute Verträglichkeit, teilte das Tübinger Biotechunternehmen am Montag mit. Zudem habe er starke Antikörperreaktionen ausgelöst.

          Ilka Kopplin
          Wirtschaftskorrespondentin in München.

          An der Studie nahmen mehr als 250 Probanden im Alter zwischen 18 und 60 Jahren teil, die Dosen zwischen 2 und 12 Mikrogramm erhielten. „Diese ersten Daten zeigen eine robuste und hocheffiziente Immunantwort“, sagte Curevac-Technologievorstand Mariola Fotin-Mleczek. In den nächsten Wochen wolle man ausführliche Daten dieser ersten Studie in einer wissenschaftlichen Publikation veröffentlichen. Derzeit wird der Impfstoff schon in einem größer angelegten Test der Phase 2a an älteren Probanden in Peru und Panama getestet.

          Zulassungsrelevante Studie soll noch vor Ende des Jahres starten

          Die Interimsdaten seien „sehr ermutigend“ und stellten „einen entscheidenden Meilenstein“ im Corona-Impfstoffprogramm dar, sagte Curevac-Vorstandsvorsitzender Franz-Werner Haas. Sie unterstützten nachdrücklich die Weiterentwicklung des Impfstoffkandidaten. „Nach einer weiteren Auslese der Daten und Gesprächen mit den Zulassungsbehörden fühlen wir uns in unserem Entwicklungsprogramm bestätigt und halten am Start der zulassungsrelevanten Phase 2b/3-Studie noch vor Jahresende 2020 fest“, sagte Haas über den geplanten groß angelegten Test mit rund 30.000 Probanden.

          Die wolle man dann mit einer Dosis von 12 Mikrogramm durchführen, hieß es. Es traten insgesamt keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auf. Bei der Dosis von 12 Mikrogramm seien Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Muskelschmerzen vorgekommen. In geringerem Maße hatten die Probanden auch Fieber. Die Nebenwirkungen waren vorübergehend und klangen innerhalb von ein bis zwei Tagen ab.

          Börsenneuling Curevac, bei dem der deutsche Staat zuvor eingestiegen war, setzt mit seinem Impfstoff ebenso wie Biontech mit Partner Pfizer und der amerikanische Konzern Moderna auf die genbasierten Impfstoffe, welche die Botenstoffe mRNA nutzen. Biontech und Pfizer testen mit 30 Mikrogramm, Moderna setzt auf eine Dosierung von 100 Mikorgramm. Beide Konkurrenten sind in der Entwicklung schon weiter fortgeschritten, hatten ihre groß angelegten Wirksamkeitsstudien an tausenden Probanden schon Ende Juli gestartet. So wollen Biontech und Pfizer sehr bald erste Daten aus dieser groß angelegten Studie bekanntgeben und, sofern positiv, womöglich schon Mitte des Monats eine Notfallgenehmigung in Amerika beantragen.

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