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Corona-Krise : Karstadt Kaufhof flüchtet unter Rettungsschirm

Eine Frau mit Mundschutz läuft an einer geschlossenen Karstadt-Filiale vorbei. Bild: Wolfgang Eilmes

Der Warenhauskonzern braucht dringend mehrere hundert Millionen Euro. Dadurch, dass die Geschäfte geschlossen sind, rennt dem ohnehin angeschlagenen Unternehmen die Zeit davon.

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          Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof hat beim Amtsgericht Essen ein sogenanntes Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit. „Die harten wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise für den innerstädtischen Non-Food-Handel und die langwierige Umsetzung staatlicher Hilfe über die Hausbank haben diesen Schritt notwendig gemacht“, hieß es von Karstadt Kaufhof.

          Jonas Jansen
          (joja.), Wirtschaft

          Auch die Sportwarenkette Karstadt Sports ist unter den Schutzschirm geflüchtet. Damit vermeiden Unternehmen mit Finanzschwierigkeiten einen Insolvenzantrag, sie geben nicht die Kontrolle über das Unternehmen ab und folgen einem Sanierungsplan. Gleichzeitig schützt es sie vor dem Zugriff der Gläubiger.

          Eigentümer will ebenfalls Millionen geben

          Die Eigentümerin von Karstadt Kaufhof, die Signa-Holding, die dem österreichischen Immobilienunternehmer René Benko gehört, wolle zudem einen dreistelligen Millionenbetrag zur Verfügung stellen. Zum vorläufigen Sachverwalter ist  Frank Kebekus von der Insolvenzverwalterkanzlei Kebekus und Zimmermann in Düsseldorf ernannt worden, er führt dann die Aufsicht über das operative Geschäft.

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          Dafür, dass Karstadt Kaufhof in Schwierigkeiten steckt, hatte es zuvor Alarmzeichen gegeben. So hatte der Warenhauskonzern schon vor zwei Wochen bei der KfW einen Antrag für einen Notkredit gestellt. Dabei soll es um einen Finanzbedarf von bis zu 700 Millionen Euro gegangen sein. Die Verhandlungen mit den Hausbanken war in den vergangenen Tagen offenbar nicht von Erfolg gekrönt, in einem internen Schreiben wurde der Prozess als „sehr bürokratisch“ und aufwändig bezeichnet.

          „Existenzielle Bedrohung“

          Die Hausbanken müssen in solchen Fällen selbst mit einem Teil der Unterstützungssumme ins Risiko gehen, was derzeit quer durch die Branche viele Händler vor Schwierigkeiten stellt. In einem Brief an die Mitarbeiter hatte Karstadt-Chef Stephan Fanderl von einer  „existenziellen Bedrohung“ gesprochen.

          Das Unternehmen verliert laut einem internen Schreiben derzeit 80 Millionen Euro Umsatz in der Woche. Für weite Teile der gut 28000 Mitarbeiter hat das Unternehmen Kurzarbeit beantragt. Schon vor gut zwei Wochen hatte der Gesamtbetriebsrat einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geschickt, in dem er Direkthilfe „ohne bürokratischen Aufwand“ gefordert hatte.

          Karstadt Kaufhof hatte wie viele andere Händler in der Corona-Krise angekündigt, seine Mietzahlungen zu stoppen. Die staatlich angeordnete Schließung der Geschäfte habe dem Unternehmen „keine andere Wahl“ gelassen, hieß es in einem Brief an die Vermieter der Warenhäuser, Sportartikel, Reisebüros und Logistikimmobilien. Der seit langem angeschlagene Handelskonzern hatte im vergangenen Jahr im Zuge der Zusammenlegung von Kaufhof und Karstadt tausende Stellen gestrichen und sich erst vor kurzem mit den Betriebsräten auf einen Sozialplan geeinigt. Mit den Effizienzmaßnahmen und der Zusammenlegung der Warenhäuser sollte das lange Zeit verlustreiche Geschäft die Wende schaffen.  

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