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Biontech : Im Oktober kommt der neue Corona-Impfstoff

Passend zum Herbst sollen die neuen Corona-Vakzine verfügbar sein. Bild: dpa

Der Mainzer Produzent Biontech will an Omikron angepasste Corona-Vakzine „rechtzeitig“ zur Booster-Saison im Herbst zur Verfügung stellen. Konkurrent Moderna hat ähnliche Pläne.

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          Biontech und sein Partner Pfizer haben mit der Herstellung sogenannter bivalenter Corona-Impfstoffe begonnen, die an die Omikron-Varianten BA.1 und BA.4/5 angepasst sind. Dies gab das Mainzer Biotechunternehmen am Montag anlässlich der Präsentation seiner Quartalszahlen bekannt. Vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen plane man, die Vakzine von Oktober an auszuliefern und rechtzeitig zur Unterstützung der Booster-Kampagnen im Herbst zur Verfügung zu stellen.

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ähnliche Pläne verfolgt Biontechs amerikanischer Konkurrent Moderna , der ebenfalls mRNA-Impfstoffe gegen das Coronavirus produziert. Ziel sei es, im Herbst zwei kombinierte Covid-19-Booster-Vakzine auf den Markt zu bringen, sofern diese zugelassen würden, hieß es Mitte Juli. Damit reagiere man auf unterschiedliche Marktpräferenzen für Omikron-Subvarianten.

          Biontech und Moderna hatten im Frühjahr einen an die damals kursierende Variante BA.1 angepassten Impfstoff entwickelt und vorproduziert. Inzwischen dominiert jedoch der BA.4/BA.5-Omikron-Stamm, weswegen sich die Anbieter nach den jüngsten Empfehlungen der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA dort auf diese Variante konzentrieren. Für Deutschland drängt auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf das entsprechend angepasste Vakzin.

          „Unsere Covid-19-Produktpipeline umfasst variantenangepasste Impfstoffkandidaten sowie Impfstoffkandidaten der nächsten Generation, die auf einen längeren und breiteren Schutz abzielen“, sagte nun Biontech-Chef Ugur Sahin. Finanzchef Jens Holstein erläuterte, man erwarte einen Anstieg der Nachfrage in den Schlüsselmärkten im vierten Quartal. Das Unternehmen bekräftigte seine Prognose für das Geschäftsjahr 2022. Demnach sind Umsätze mit Covid-19-Impfstoffen in einer Spanne von 13 bis 17 Milliarden Euro vorgesehen. 2021 waren es knapp 19 Milliarden Euro gewesen. Der Nettogewinn lag im vergangenen Jahr bei knapp 10,3 Milliarden Euro.

          3,6 Milliarden Dosen geliefert

          Biontech und Pfizer wollen in den zweiten Jahreshälfte weitere Corona-Impfstoffkandidaten der nächsten Generation in die klinische Entwicklung bringen. Dazu gehören T-Zell-verstärkende Impfungen, die in erster Linie gegen schwere Erkrankungen wirken, sowie pan-SARS-CoV-2-Impfungen, mit der sich künftige besorgniserregende Virusvarianten besser kontrollieren lassen.

          Eine erste Studie mit einem Impfstoff der nächsten Generation begann im Juni. Auch seine Pipeline für Krebs und Infektionskrankheiten treibt Biontech voran. „Im Bereich Onkologie haben wir ermutigende Daten für unseren individualisierten mRNA-Krebsimpfstoffkandidaten BNT122 bei Bauchspeicheldrüsenkrebs und unseren innovativen Kandidaten für CAR-T-Zelltherapie BNT211 bei soliden Tumoren präsentiert“, erläuterte Sahin.

          Geschäftlich lief das erste Halbjahr gut. Biontech konnte Erlöse und Gewinn kräftig steigern. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wuchs der Umsatz um 30 Prozent auf 9,57 Milliarden Euro. Der Nettogewinn legte um 37 Prozent auf 5,37 Milliarden Euro zu. Im zweiten Quartal sank er allerdings wegen des pandemiebedingt schwankenden Impfstoffgeschäfts um 40 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro.

          Bis Anfang Juli lieferten Biontech und Pfizer nach eigenen Angaben insgesamt mehr als 3,6 Milliarden Dosen in 180 Länder oder Regionen. Für 2022 unterzeichneten sie Lieferaufträge für rund 2,5 Milliarden Dosen und stellten in der ersten Jahreshälfte rund 1,2 Milliarden Dosen in Rechnung. Von der amerikanischen Regierung erhielten die beiden Unternehmen vor kurzem einen 3,2 Milliarden Dollar schweren Auftrag über 105 Millionen Impfdosen, die bis einschließlich des vierten Quartals geliefert werden sollen und auch den Omikron-Booster umfassen.

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