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Wegen Corona-Krise : Autobranche erwartet 2020 ein Viertel weniger Verkäufe

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Die Corona-Krise tifft die Automobilbranche hart: Der Verband der Automobilindustrie rechnet mit deutlich weniger Verkäufen in diesem Jahr. Bild: dpa

Durch die Krise sind internationale Absatzmärkte dramatisch eingebrochen. Inzwischen gibt es erste Hoffnungsschimmer. Doch der Weg aus der Krise werde „lang und steinig“, sagte VDA-Chefin Müller.

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          Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet dieses Jahr mit einem Rückgang der Autoverkäufe in Europa von rund einem Viertel im Vergleich zu 2019. „Die internationalen Märkte sind in einem Ausmaß eingebrochen, für das wir keine Vergleiche haben“, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller am Freitag in Berlin. Allein für Deutschland geht der Verband für das Gesamtjahr von 2,8 Millionen Neuzulassungen bei Pkw aus, was einem Rückgang von rund 23 Prozent gemessen am Vorjahr entspräche. Im ersten Halbjahr war die Zahl der Neuzulassungen hierzulande demnach um 35 Prozent auf 1,21 Millionen Einheiten eingebrochen.

          In den kommenden Monaten werde sich die Pkw-Nachfrage wahrscheinlich weiter leicht erholen, sagte Müller. Dazu dürfte auch die befristete Senkung der Mehrwertsteuer betragen. Die Erholung werde aber wohl nicht ausreichen, um den Beschäftigungsrückgang vor allem bei den Zulieferern zu stoppen. Europa brauche ein „ambitioniertes Industriepaket“, um der darnieder liegenden Branche auf die Beine zu helfen.

          Müller bekräftigte die Bereitschaft der Unternehmen zum Klimaschutz, warnte aber vor einem „Überbietungswettbewerb“ bei der CO2-Regulierung: „Wir erwarten, dass auch die Folgen der Corona-Krise berücksichtigt werden.“ Europa müsse beweisen, dass Ökonomie und Ökologie zusammen gedacht würden, betonte die VDA-Chefin. Wie hoch der Beschäftigungsrückgang am Ende ausfalle, hänge auch davon ab, wie lange die Brücke der Kurzarbeit halte.

          Im ersten Halbjahr habe der dramatische Einbruch der Nachfrage, der zeitweise Abriss der Lieferketten und der wochenlange Produktionsstopp dazu geführt, dass die Pkw-Produktion auf das niedrigste Niveau seit 45 Jahren gefallen sei. Für 2020 rechnet der VDA mit einem Rückgang der Produktion im Inland um ein Viertel auf 3,5 Millionen Fahrzeuge.

          Der Export werde voraussichtlich um 27 Prozent schrumpfen. „Die massiv geringere Produktion hat nicht nur für Hersteller, sondern besonders für viele mittelständische Zulieferer schwerwiegende Konsequenzen“ sagte Müller und fügte hinzu: Wir müssen davon ausgehen, dass die Beschäftigtenzahl bis zum Jahresende 2020 weiter zurückgeht.“ Der Weg aus der Krise werde „lang und steinig“.

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