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Tiefkühl-Marktführer : Wie die Torten von Coppenrath & Wiese in Form bleiben

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Absahnen wie am Fließband: Die Schwarzwälder Kirschtorte ist seit 45 Jahren Teil des Sortiments. Bild: Coppenrath & Wiese

Das Traditionsunternehmen ist die wohl bekannteste Tiefkühl-Konditorei Deutschlands. Der Eindruck, dass es Großeltern-Kuchen verkauft, ist falsch. Es gibt auch junge Schlager im Sortiment. Ein Blick hinter die Kulissen.

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          An vielen Kindergeburtstagen wird die Benjamin-Blümchen-Torte angeschnitten. Die bekannte Sahne-Schoko-Erdbeertorte, die 1996 erstmals verkauft wurde, weckt bei Jugendlichen und Erwachsenen Kindheitserinnerungen. „Man hat nie damit gerechnet, dass diese Torte mal diesen Kultstatus erreichen würde“, sagt Peter Schmidt, Geschäftsführer der 1975 entstandenen Conditorei Coppenrath & Wiese KG mit Hauptsitz in Mettingen.

          Gegründet wurde die wohl bekannteste Tiefkühlkonditorei Deutschlands, die inzwischen 3100 Mitarbeiter beschäftigt, von zwei Vettern, dem Konditor Josef Wiese und dem Kaufmann Aloys Coppenrath. Die Tochtergesellschaft Overnight Tiefkühl-Service GmbH, die in Osnabrück ansässig ist, wurde 1994 gegründet und ist nach eigener Aussage einer der führenden Anbieter für Tiefkühltransporte in Deutschland. Coppenrath und Wiese gehört seit 2015 zur Oetker-Gruppe, ist nach eigenen Angaben aber immer noch familiär geprägt.

          Im Allgemeinen ist die Kundschaft zwischen 30 und 75 Jahre alt. Das Sortiment von Coppenrath & Wiese reicht von großen Sahnetorten bis hin zu kleineren Produkten wie Blechkuchen und aufbackbaren Brötchen; es besteht aus rund 100 Einzelartikeln. Neben traditionellen Torten wie Schokokuchen und der Schwarzwälder Kirschtorte, die seit 1977 Teil des Sortiments ist, bietet man auch moderne Torten wie den New York Cheesecake an.

          Man unterteilt die Produkte in verschiedene Kategorien, zum Beispiel nach Zutaten, Anlass oder ob die Produkte vegan oder laktosefrei sind. Das soll dafür sorgen, „dass jeder für seinen Geldbeutel und seine geschmacklichen Vorlieben das Richtige findet“, sagt Dorothee Reiering-Böggemann, Marketingleiterin von Coppenrath & Wiese. Im Herbst dieses Jahres soll beispielsweise eine neue Linie an veganen Produkten auf den Markt gebracht werden.

          Am Freitagmorgen um acht wird probiert

          Vor der Marktreife steht ein harter Ausleseprozess. Man orientiere sich an Trends und der „customer journey“, dem Weg eines Kunden, bevor er das Produkt kauft, heißt es vom Unternehmen. Derzeit seien leichtere und fruchtigere Rezepturen zum Beispiel mit Cremes auf Quark- oder Joghurtbasis sehr beliebt. Solche Trends greife man auf, etwa mit dem im März herausgebrachten Blechkuchen Pfirsich-Schmand oder dem Kuchen Mango-Maracuja.

          Bäcker und Konditoren probieren die neuen Produkte und Varianten aus und lassen die Testprodukte dann verkosten. Das gesamte Management probiert schließlich jeden Freitag um acht Uhr morgens die potentiellen Neuprodukte. „Als ich 2015 zu Coppenrath & Wiese kam, musste ich direkt fünf oder sechs Stücke von verschiedenen Sahnetorten essen“, erinnert sich Schmidt, „aber das ist wohl die Liebe zum Produkt.“

          Probanden können aber auch von Marktforschungsinstituten rekrutiert werden. Die Menschen werden auf der Straße angesprochen, oder sie haben sich schon vorher eingetragen. Kann sich ein Produkt durchsetzen, kommt es in die Produktion. Dort werden technische Anlagen ausprobiert und gegebenenfalls neue Technik und neue Maschinen angewendet.

          Daher kann die Produktentwicklung auch mal zwei bis drei Jahre dauern. Bei kleineren Produkten oder einer neuen Sorte dauert der Prozess hingegen nur etwa ein Jahr. Man vertraut auch, wie Reiering-Böggemann berichtet, immer noch auf Handarbeit, beispielsweise wenn Torten mit Linien verziert werden. „Die Maschinen sind noch nicht so weit, dass sie filigrane Arbeit ausführen können“, sagt sie.

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