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Kult-Turnschuh : Chucks erstmals seit 98 Jahren mit neuem Design

  • Aktualisiert am

Kaum zu unterscheiden: So sieht der neue Converse All Star aus. Bild: AP

Unter Sneaker-Fans ist es eine kleine Revolution: Zum ersten Mal seit 98 Jahren ändert Converse das Design seiner „Chucks“. Es ist ein unternehmerisches Risiko.

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          John F. Kennedy, die Ramones und Kurt Cobain haben sie getragen, Jugendliche auf der ganzen Welt finden sie seit Jahrzehnten cool und seufzen über ihre „uncoolen“ Eltern, die sie ebenfalls tragen: Converse All Star Schuhe, eines der erfolgreichsten Turnschuhmodelle der Geschichte. Nun bekommen sie ein neues Design. Die meist knöchelhohen Sneaker aus Leinen mit der markanten weißen Gummikappe an der Spitze heißen im Volksmund „Chucks“, weil auf ihrem Logo schon seit den Zwanzigerjahren die Unterschrift des amerikanischen Basketballspielers Chuck Taylor zu lesen ist. Und: die Schuhe sehen schon seit 98 Jahren immer gleich aus.

          Das soll sich jetzt ändern, wie Nike an diesem Donnerstag mitgeteilt hat. Converse gehört seit mehr als zehn Jahren zum Nike-Konzern. Der sah bis zum heutigen Tage keine Notwendigkeit am uralten Design des erfolgreichen Schuhs zu rütteln - im Gegenteil: Es gab eine regelrechte Furcht unter Fans, aber auch innerhalb des Unternehmens, dass der Kultfaktor der „Chucks“ empfindlich unter Veränderungen leiden könnte.

          Längst aber sind die Chucks nicht mehr nur in der zerlöcherten und abgelatschten Variante unter Jugendlichen beliebt, sondern auch unter deren Eltern. Und die, so befand Converse-Chef Jim Calhoun, wünschten sich für ihre Kinder, deren Füße, aber auch für sich selbst endlich einmal mehr Komfort. Denn, das wird jeder bezeugen können, der schon einmal einen ganzen Tag lang Chucks an den Füßen hatte - eine besonders gemütliche Angelegenheit war das bislang nicht.

          Der so genannte „Chuck Taylor All Star II“ versucht demnach auch nicht die große Revolution, oder wie es das Unternehmen in der Pressemitteilung ausdrückt: Die „altehrwürdige Ästhetik“ soll gewahrt werden. Die Veränderungen bestehen vor allem in Details: In der Sohle soll ein neues Material für mehr Polsterung sorgen.

          Ob der Sneaker dadurch zu einem „echten“ Turnschuh wird, oder weiterhin eher ein Straßenschuh bleibt, in dem man besser keinen echten Sport betreibt, ist noch abzuwarten. Die Zunge soll dicker werden und ein perforiertes Wildleder-Futter soll für weniger Schweißfüße in den Chucks sorgen. Äußerlich mutet der „Chuck II“ wenig anders an als das alte Modell. Nur teurer wird er sein: 75 statt bisher 50 Dollar soll die knöchelhohe Variante in den Vereinigten Staaten kosten, 70 statt bisher 45 Dollar müssen Kunden für das Halbschuhmodell künftig hinlegen.

          So profitabel wie noch nie

          Die nur zögerlichen Änderungen begründet Calhoun mit dem großen Kult um den Schuh: „Wir haben noch nie so viele Chuck Taylors verkauft wie heute und das Unternehmen war noch nie so profitabel, ohne dass wir das Produkt geändert hätten.“ Der Fluch des Erfolges mit einer Produktikone sei die Angst vor Änderungen - „insbesondere dann, wenn der Erfolg am Größten ist.“

          Die Geschäfte von Converse erleben gerade einen ordentlichen Höhenflug. Zum ersten Mal erreichte der Umsatz die 2-Milliarden-Marke - ein Zuwachs von mehr als einem Fünftel im vergangenen Geschäftsjahr, das im Mai endete. Und Converse schnitt im Nike-Konzern überdurchschnittlich gut ab.

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