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Alternative zu Gummi : Löwenzahn für den Autoreifen

Hoffnungsträger Löwenzahn: Zu Testzwecken hat Conti schon Reifen aus dem neuen Werkstoff hergestellt. Bild: Continental

Im Versuchslabor in Mecklenburg-Vorpommern will der Autozulieferer Continental eine Alternative zu Gummi aus Kautschukbäumen an die Marktreife heranführen. Doch Partner für den Anbau zu finden, ist nicht einfach.

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          Eigentlich züchtet Jörg Brinkmann in seiner Baumschule kleine Setzlinge für die Forstwirtschaft: Eichen, Buchen, Kiefern oder Lärchen. Seit einigen Monaten nutzt der 51 Jahre alte Unternehmer aber einen Teil seiner weitläufigen Anlagen im vorpommerschen Spantekow, um russischen Löwenzahn anzubauen. Die Ernte liefert er an den Autozulieferer Continental, der aus der Pflanze Kautschuk für die Reifenproduktion gewinnen will. Das sei ein guter Zusatzverdienst, sagt er. „Außerdem kann ich auf diese Weise Flächen nutzen, die andernfalls brach liegen würden – und ich leiste nebenbei noch einen Beitrag, um eine neue Technologie zu entwickeln.“

          Christian Müßgens

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Vor wenigen Wochen hat er die erste Fuhre in den 15 Kilometer entfernten Ort Anklam gebracht. Dort hat Continental für 35 Millionen Euro, davon 11 Millionen Euro vom Land Mecklenburg-Vorpommern, ein Versuchslabor gebaut, das die Technologie näher zur Marktreife bringen soll und am Donnerstag eröffnet wurde. Sechs Forst- und Landwirte hat Conti schon als Lieferanten gewonnen, sie bauen Löwenzahn auf einer Fläche von gut 30 Hektar an. Langfristig sollen es bis zu 800 Hektar werden, aber die Partnersuche ist nicht einfach. Zwar interessierten sich viele Landwirte aus der Region für das Projekt, sagt Brinkmann. Klar sei aber auch, das jeder von ihnen „mit spitzem Bleistift“ ausrechne, ob sich der Einstieg in den Löwenzahn lohne.

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