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Continental-Chef Degenhart : „Wir erreichen frühestens nach 2025 wieder das Niveau von 2017“

Elmar Degenhart ist der Automanager von Continental. Bild: Frank Röth

Elmar Degenhart muss den Autozulieferer Continental aus der schwersten Krise seiner Geschichte führen. Der Manager steht unter Druck. Denn einige Schwierigkeiten hat er selbst zu verantworten.

          3 Min.

          Für Continental-Chef Elmar Degenhart kommt im Moment vieles zusammen. Schon im vergangenen Jahr musste er unter dem Eindruck der immer schwächeren Automärkte und der zu hohen Kosten im Unternehmen einen Sparkurs einschlagen. Corona macht derzeit alles noch schlimmer, was den im Dax notierten Autozulieferer jetzt zu weiteren Einschnitten zwingt. Viele Fragen sind offen, aber am Hauptsitz in Hannover ist längst allen klar, dass es neben Altersteilzeit, Umschulung und verkürzter Arbeitszeit wohl nicht ohne Entlassungen gehen wird. Es sei möglich, dass Conti betriebsbedingt kündigen müsse, sagt der 61 Jahre alte Manager. Dies sei „nur das letzte Mittel“, betont er. Aber trotzdem ist die Angst in der Belegschaft groß.

          Christian Müßgens
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Wie hoch der Druck ist, zeigen vorläufige Zahlen für das zweite Quartal, die Continental in dieser Woche veröffentlicht hat. Um fast 40 Prozent ist der Umsatz eingebrochen. Die um Zu- und Verkäufe sowie Währungseffekte bereinigte Rendite beträgt minus 9,6 Prozent, was nichts anderes heißt, als dass Conti in der Zeit von April bis Juni vor Zinsen und Steuern mehr als eine halbe Milliarde Euro Verlust gemacht haben dürfte. Weil die Einnahmen infolge von Corona wie in der ganzen Autobranche drastisch sanken, wandelte sich der Finanzmittelüberschuss (Free Cashflow) in ein Defizit von rund 1,8 Milliarden Euro um. Die Märkte hatten noch schlechtere Zahlen erwartet, daher legte die Conti-Aktie am Dienstag zeitweise um 4 Prozent auf 92 Euro zu.

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