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F.A.Z. exklusiv : Constantin verhandelt über Ausstieg aus TV-Sender Sport 1

Nah am Geschehen: Spielfeld-Reporterin des Noch-Constantin-Senders Bild: Getty

Eigentlich wollte der Medienkonzern aus München seine Filmsparte abstoßen. Aber nun steht das Herzstück des Sportgeschäfts zum Verkauf. Interesse hat wohl auch der Springer-Konzern.

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          Der von Intrigen geschüttelte Film- und Sportrechtekonzern Constantin Medien verhandelt nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über einen Verkauf seines Senders und Digitalanbieters Sport 1. Der Vorstand spreche darüber mit Axel Springer und Sky Deutschland, verlautet es aus Finanz- und Branchenkreisen. Beide wollten jetzt Exklusivität, also ausschließliche Gespräche mit Constantin. Auch mit Freenet habe das Unternehmen verhandelt, ist zu hören. Constantin lasse sich in der Angelegenheit von dem Fusionsspezialisten Houlihan Lokey beraten – namentlich ist dessen Geschäftsführer Jan Weidner involviert, der im Aufsichtsrat von Constantin. Juristischen Beistand leistet dem Vernehmen nach die Kanzlei CMS.

          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Das ist eine weitere Überraschung in einem Konzern, in dem es seit langem turbulent zugeht. Zwei Großaktionäre, Dieter Hahn und Bernhard Burgener, stehen einander feindlich gegenüber. Der eine, Burgener, will den Mischkonzern erhalten, der andere, Hahn, sähe gerne das Filmgeschäft verkauft – was wegen der komplexen Konzernstruktur nicht ohne Burgeners Zustimmung möglich ist. Der Vorstand agiert in Hahns Sinne und schlug der Hauptversammlung vor, „die Geschäftstätigkeit auf die Segmente Sport sowie Sport- und Event-Marketing zu fokussieren“.

          Technische Reichweite als Kapital

          Seit Wochen aber führt der Constantin-Vorstand, wie zu hören ist, Verkaufsgespräche für Sport 1. Diese Einheit hängt neben der Produktionsgesellschaft Plazamedia und dem Vermarkter Sport Marketing unter der börsennotierten Constantin Medien AG. Das beträchtlich verschuldete Unternehmen benötigt Geld, im April 2018 wird eine Schuldverschreibung über 65 Millionen Euro fällig.

          Constantin ignorierte am Nachmittag eine Anfrage der F.A.Z., veröffentlichte aber drei Stunden später eine Ad-hoc-Mitteilung, welche Verkaufsgespräche über Sport 1 bestätigte: „Die Constantin Medien AG führt hierzu derzeit ein strukturiertes, kompetitives Bieterverfahren mit mehreren Kaufinteressenten durch“, hieß es. Springer, Sky und Freenet lehnten einen Kommentar ab. Freenet fokussierte sich zuletzt bei Zukäufen eher auf Zugangstechnologien.

          Der größte Wert von Sport 1 ist die technische Reichweite. Seit gut zwei Jahrzehnten, früher noch als „DSF Deutsches Sport-Fernsehen“, ist der Sender in alle wichtigen Kabelnetze eingespeist. Aus der Vermarktung der Werbezeiten generiert Sport1 auch stetige Einnahmen.

          Zu der verschachtelten Constantin-Mediengruppe mit zwei Börsennotierungen in Deutschland und der Schweiz gehört auch die berühmte Constantin Film („Fack ju Göhte“, „Das Parfum“) des verstorbenen Erfolgsproduzenten Bernd Eichinger; sie ist unter der Highlight Communications des Medienmanagers Burgener aufgehängt, an welcher wiederum Constantin beteiligt ist.

          Ein riskanter Plan

          Hahn hatte eigentlich einen anderen, viel waghalsigeren Plan. Der Constantin-Aufsichtsratsvorsitzende, der viele Jahre lang enger Vertrauter des verstorbenen Medienmanagers Leo Kirch war, wollte eine „360-Grad-Sportplattform“ aus Fernsehen und Online-Auftritt aufbauen. In die Tat umsetzen sollte den Umbau der ehemalige ZDF- und Sat-1-Manager Fred Kogel, der ebenfalls lange für Kirch gearbeitet hat.

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