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Condor fordert Korrektur in der Air-Berlin-Aufteilung

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Ferienflieger Thomas Cook
Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kritisiert der Chef der Flugsparte von Thomas Cook die dominante Stellung der Lufthansa. Für das kommende Jahr stockt das Unternehmen auf.

Der Reisekonzern Thomas Cook dringt auf Korrekturen der Air-Berlin-Aufteilung in der Prüfung durch die EU-Kommission. „Wir hoffen, dass die EU-Kommission ein Interesse an fairem Wettbewerb hat“, sagte Christoph Debus, der Chef der Flugsparte von Thomas Cook, zu der auch die deutsche Gesellschaft Condor gehört, im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Die dominante Stellung, die die Lufthansa bekommen möchte, kann nur nach intensiver Prüfung und unter Auflagen genehmigt werden.“

Die EU-Kommission müsse sich vor allem dem Plan widmen, die Air-Berlin-Ferienfluggesellschaft Niki an die Lufthansa-Marke Eurowings zu vergeben. „Normalerweise darf eine gescheiterte Gesellschaft nur dann von dem dominanten Anbieter übernommen werden, wenn es keine Alternative gibt“, sagte Debus. „Im Fall von Niki hat es bekanntermaßen mehrere Alternativen gegeben.“ Condor hatte zusammen mit dem Österreicher Niki Lauda geboten, auch der British-Airways-Mutterkonzern IAG hatte eine Offerte eingereicht.

Für 2018 stockt Condor die eigene Flotte um mindestens vier Flugzeuge auf. Sorgen, die Flugzeuge mit Urlaubern zu füllen, hat Debus nicht, da andere Urlauberanbieter Platzkontingente in den Thomas-Cook-Flugzeugen buchten. „Für den kommenden Sommer spüren wir eine gestiegene Nachfrage anderer Reiseveranstalter. Die Unternehmen suchen eine Alternative zu Eurowings und der Lufthansa“, sagte er. Zur Sparte Thomas-Cook-Airlines gehören neben Condor eine britische und eine skandinavische Fluggesellschaft mit zusammen 94 Jets.