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Digitaler und schlanker : Die Commerzbank wird zur Direktbank

Der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Manfred Knof Bild: dpa

Nur ohne Aktienhandel und mit viel Digitalgeschäft traut der neue Vorstandsvorsitzende Manfred Knof der Commerzbank nachhaltig Gewinne zu. Privatkunden, auch die der Comdirect, müssen sich auf höhere Preise einstellen.

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          Der neue Vorstandsvorsitzende Manfred Knof sieht seinen Auftrag darin, die Commerzbank vor einem Aufkauf zu schützen und die lange aufgeschobene Sanierung des Kreditinstituts zu vollziehen. „Die Commerzbank braucht eine tiefgreifende Restrukturierung. Das ist nicht neu, aber jetzt wird sie umgesetzt“, sagte Knof am Donnerstag während seines ersten öffentlichen Auftritts als Vorstandsvorsitzender. Wer ihn kenne, wisse: „Ich werde sehr beharrlich sein und gebe mich nicht mit halben Sachen zufrieden“, kündigte der langjährige Allianz-Manager an, der am 1. Januar von der Deutschen Bank an die Commerzbank-Vorstandsspitze gewechselt ist.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im Anschluss an Knofs Rede auf der digital abgehaltenen Bilanzpressekonferenz konnten Journalisten  Fragen stellen. Der Vorstandschef betonte, dass die seit dem Winter 2008/2009 teilverstaatlichte Commerzbank nicht mit einer anderen Bank fusionieren solle. Er arbeite dafür, die Bank nachhaltig profitabel zu machen und als eigenständige Kraft zu erhalten – das sei wichtig für den deutschen Mittelstand. Auf die Frage, ob der starke Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Jörg Vetter ihn geholt habe, weil Knof bisher wenig Erfahrung im Bankgeschäft habe und Vetter deshalb viel selbst bestimmen könne, entgegnete Knof, die Zusammenarbeit mit Vetter sei hervorragend, aber: „Die Strategie trägt die Handschrift des Vorstandes und von mir.“

          „Möglichst viele Kunden digital“

          Knof setzt künftig vor allem auf Digital-Geschäft.  Sein Vorgänger Martin Zielke hatte das Filialnetz noch als Wachstumsmotor betrachtet und an der Zahl von 1000 Filialen viele Jahre nicht gerüttelt. Nun nannte Knof am Donnerstag die Filialen, von denen allein in diesem Jahr 190 geschlossen werden und die zahlenmäßig bis 2023 von derzeit 790 auf 450 ausgedünnt werden sollen, nur noch als vierten Zugangsweg zur Bank – nach Computer und Smartphone sowie Telefon. Eine wichtige Aufgabe der Filialen sei künftig Privatkunden das Online-Angebot der Commerzbank zu erklären. „Unser Ziel ist, dass möglichst viele Kunden die digitalen Kanäle nutzen“, sagte Knof. Er versprach ein noch einfacheres und schnelleres Online-Angebot.

          Hier soll die Direktbank Comdirect, die vor kurzem ihre Eigenständigkeit verloren hat und in den Commerzbank-Konzern integriert wurde, ihre Stärke ausspielen. Hinzu komme die Beratungskompetenz der Commerzbank. „So schaffen wir eine leistungsstarke Direktbank mit einem erstklassigen Beratungsangebot“, beschrieb Knof das neue Geschäftsmodell. Auch Firmenkunden sollen künftig viele Dienstleistungen digital beziehen und nur bei komplexem Beratungsbedarf persönlich betreut werden.

          Mit dieser Arbeitsweise will die Commerzbank die Kosten um 20 Prozent senken und ihre Effizienz erheblich steigern. Künftig sollen im Privatkundengeschäft höchstens 59 Cent aufgewendet werden müssen, um 100 Cent Ertrag zu erzielen. In den vergangenen Jahren lag diese Aufwands-Ertrags-Quote bei rund 80 Prozent.

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