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Trotz 123.000 Neukunden : Commerzbank verdient zum Jahresauftakt weniger

  • Aktualisiert am

Aus der Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank wird nichts. Bild: dpa

Geringere Erträge und höhere Steuern lassen den Gewinn der Commerzbank sinken. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

          Die Commerzbank sieht trotz eines Gewinnrückgangs im ersten Quartal und den gescheiterten Fusionsgesprächen mit der Deutschen Bank keinen Grund für einen Kurswechsel. „Wir adressieren mit unserer Strategie die richtigen Punkte“, sagte Konzernchef Martin Zielke am Mittwoch zur Veröffentlichung der Quartalsbilanz. „Durch Wachstum stärken wir unsere Ertragsbasis und wirken den niedrigen Zinsen und dem Margenverfall entgegen.“

          Der operative Gewinn sank im ersten Quartal um 5,6 Prozent auf 244 Millionen Euro. Der Überschuss brach auf 120 (Vorjahr: 262) Millionen Euro ein, nachdem das Geldhaus im Vorjahr noch von einer ungewöhnlich niedrigen Steuerquote profitiert hatte.

          Trotz der Niedrigzinsen stieg der Zinsüberschuss im ersten Quartal um zwölf Prozent – auch weil die seit längerem schwächelnde Firmenkunden-Sparte nach den Umbaumaßnahmen der vergangenen Jahre Tritt fasste und mehr Kredite vergab. Im Privatkundengeschäft gewann die Bank 123.000 Neukunden,  zwei Drittel davon steuerte das Direktbank-Tochterunternehmen Comdirect bei. Dennoch gingen die bereinigten Konzernerträge um 1,2 Prozent auf 2,19 Milliarden Euro zurück.

          Zielke verspricht Dividende von 20 Cent je Aktie

          „Wir werden den aktuellen Rückenwind unserer Kunden nutzen und unsere Strategie weiter umsetzen“, sagte Zielke. „Natürlich werden wir weiter konzentriert daran arbeiten, unsere Ertragskraft zu steigern.“ Den Sparkurs will die Bank aber nicht verschärfen. „Unsere Kostenziele bleiben unverändert“, sagte Finanzchef Stephan Engels.

          Gleichzeitig setzt die Bank nach den gescheiterten Fusionsgesprächen mit der Deutschen Bank auf eine Zukunft ohne Partner. „Stand-alone war vorher eine Alternative und ist es auch weiterhin“, sagte Finanzchef Stephan Engels am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. „Wir haben eine Strategie und ein Geschäftsmodell, das funktioniert.“

          Er sehe im Moment auch kein großes Rennen um die Commerzbank auf den Konzern zukommen. „Ich höre hier jetzt nichts klopfen“, sagte Engels als er gefragt wurde, welche Auslandsbanken bei der Commerzbank Interesse angemeldet hätten. Wenn es anders wäre, müsste er es sagen, erklärte Engels.

          Insidern zufolge sind die niederländische ING und die italienische Unicredit an Deutschlands zweitgrößter Privatbank interessiert. Er wisse nicht, ob Stand-alone immer eine Option bleibe, aber auf jeden Fall habe es die letzten 150 Jahre funktioniert, sagte Engels.

          Für dieses Jahr rechnet die Bank weiterhin mit Kosten von weniger als 6,8 Milliarden Euro. Die harte Kernkapitalquote soll zum Jahresende bei mindestens 12,75 Prozent liegen, bekräftigte die Bank. Ende März lag sie mit 12,7 Prozent leicht unter dem Zielwert. Den Aktionären verspricht Zielke für 2019 weiterhin eine Dividende auf dem Vorjahresniveau von 20 Cent je Aktie.

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