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Tim Kanning (kann.)

Zahlen der Commerzbank : Zu früh zum Jubeln

  • -Aktualisiert am

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt Bild: Kolb, Marie-Luise

Die Commerzbank erfreut die Börse mit unerwartet starken Geschäftszahlen. Doch stabil ist die Wende noch nicht. Das sollte auch die neue Bundesregierung wissen.

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          Positive Nachrichten aus der Commerzbank – das hat in den vergangenen Jahren Seltenheitswert bekommen. Entsprechend überschwänglich reagierten die Börse und einige Analysten am Donnerstag, als der noch neue Vorstandsvorsitzende Manfred Knof deutlich bessere Zahlen für das dritte Quartal vorlegen konnte als erwartet. Nicht nur hat die Corona-Krise dem Kreditbuch bislang wenig geschadet.

          Die Erträge im operativen Geschäft konnten trotz weniger Kunden weitgehend stabil gehalten werden. Und im Umbau der Bank hin zu mehr Profitabilität kommt Knof gut voran. Die Hälfte des geplanten Abbaus von 10 000 Stellen ist schon in trockenen Tüchern. Bei den Filialen schließt die Bank in diesem Jahr sogar 50 mehr als ursprünglich geplant.

          Grund zum Überschwang gibt es aber noch nicht. Wie lang die Kunden einer Bank die Treue halten, die ihnen mit Filialschließungen und Negativzinsen einiges abverlangt, muss sich noch zeigen. Und die potenziellen Risiken fürs Kreditbuch sind durch die hohen Energiepreise und die gestörten Lieferketten nicht kleiner geworden. Mancher erwartet, dass die neue Bundesregierung den 15-Prozent-Anteil des Staates alsbald zum Verkauf stellen könnte. Um für Käufer attraktiv zu sein, braucht es aber mehr als ein starkes Quartal.

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

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