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Deutsche Großbank : Commerzbank heuert Goldman für Übernahmepläne an

  • Aktualisiert am

Der Commerzbank-Turm in der Dämmerung. Bild: Victor Hedwig

Übernimmt ein ausländisches Geldhaus die zweitgrößte deutsche Bank? Zumindest haben die Frankfurter jetzt wohl machtvolle Berater engagiert, die nicht nur eine Verteidigungsstrategie entwerfen sollen.

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          Was wird aus der Commerzbank? Kauft ein großes ausländisches Geldhaus Deutschlands zweitgrößtes und infolge der Finanzkrise vom Staat gerettetes Finanzinstitut? Entsprechende Spekulationen machen seit Wochen die Runde. Zumal aus Frankreich gibt es offenkundiges Interesse seitens sowohl der BNP Paribas als auch der Crédit Agricole - mit Rückendeckung des Staatspräsidenten. Auch der Name der italienischen Großbank Unicredit fiel einmal.

          Nun scheinen sich die Spekulationen zu erhärten, dass die Commerzbank sich zumindest selbst ernsthaft vorbereitet. Sie hat nämlich prominente Übernahmeberatung engagiert: Die mächtige Investmentbank Goldman Sachs und den Wettbewerber Rothschild. Das berichtet die „Financial Times“ und beruft sich auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Sprecher sowohl der Commerzbank als auch von Goldman und Rothschild wollten sich auf Anfrage nicht dazu äußern.

          Was wird aus dem Staatsanteil?

          Dem Bericht zufolge beraten die Übernahmefachleute die Commerzbank generell. Das bedeutet, sie sind wohl nicht ausdrücklich angeheuert, um eine Verteidigungsstrategie zu entwerfen, was ein durchaus übliches Vorgehen eines Unternehmens ist, das nicht übernommen werde möchte. Vielmehr sollen sie verschiedene Optionen darlegen, eine Übernahme durch eine andere (ausländische) Bank eingeschlossen.

          Zu überzeugen wäre in jedem Fall in irgendeiner Form indes auch der deutsche Staat. Dieser beteiligte sich infolge der Finanzkrise an der Commerzbank und verhinderte so ihren Zusammenbruch. Bis heute hält die öffentliche Hand einen substantiellen Anteil an der Bank in Höhe von noch 15 Prozent, zu aktuellen Börsenkursen ist dieser 2,2 Milliarden Euro wert. Der Umgang mit dieser „Altlast“ aus der Finanzkrise hängt einerseits auch davon ab, welche Festlegungen es dazu in den Koalitionsgesprächen geben wird und wer künftig das Amt des Bundesfinanzministers übernehmen wird.

          Das Bundesfinanzministerium reagierte am 21. September, als Gerüchte über ein Interesse der italienischen Großbank Unicredit und von BNP Paribas auftauchten, ungewöhnlicherweise mit einer Stellungnahme. Darin heißt es, derzeit gebe es keine Verhandlungen über den Commerzbank-Anteil. Dies schließt allerdings keineswegs aus, dass Gespräche stattfinden - zumal Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sich bei Bundeskanzlerin Angela Merkel vor kurzem für ein Zusammengehen von Alstom mit der Bahnsparte von Siemens eingesetzt hat.

          Und schließlich verlautete aus dem Finanzministerium auch eine weiterer Hinweis, dass generell Verkaufsbereitschaft besteht - wenn etwa ein „wirtschaftlich gutes Ergebnis“ für den deutschen Steuerzahler entsteht. Davon ist der Aktienkurs derzeit allerdings noch weit entfernt, obwohl er in diesem Jahr schon um mehr als 50 Prozent zugelegt hat: Der Staat kaufte sich seinerzeit zu einem Kurs von 26 Euro ein.

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