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Erste Dividende seit 2007 : Commerzbank mit überraschend hohem Gewinn

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Zum ersten Mal seit 2007 zahlt die Commerzbank wieder eine Dividende. Bild: dpa

Dass die zweitgrößte deutsche Bank einen Gewinn erwartet, war schon im Vorfeld klar. Dass sie ihren Überschuss vervierfachen konnte, überrascht alle. Und die Anleger bekommen nun sogar seit langem einmal wieder eine Dividende.

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          Angetrieben von einem kräftigen Wachstum im Privatkundengeschäft hat die Commerzbank erstmals seit fünf Jahren wieder einen Milliardengewinn erzielt. Das Institut vervierfachte seinen Überschuss 2015 fast auf 1,06 Milliarden Euro, wie es am Freitag in Frankfurt mitteilte.

          Davon sollen auch die Aktionäre profitieren: Die Bank zahlt ihnen wieder eine Dividende. Mit ihrem Nettogewinn übertraf die zweitgrößte deutsche Bank sowohl die eigenen Erwartungen als auch die Prognosen der Analysten. „Das Jahr 2015 hat gezeigt, dass unsere Strategie richtig ist und die Umsetzung erfolgreich verläuft“, bilanzierte der scheidende Vorstandschef Martin Blessing am Freitag.

          Es ist der erste Milliardengewinn seit fünf Jahren. Noch länger mussten die Aktionäre der in der Finanzkrise schwer gebeutelten Bank auf eine Dividende warten; die hatte es seit 2007 nicht mehr gegeben. Nun sollen 20 Cent je Aktie ausgeschüttet werden, wie Blessing schon im Herbst versprochen hatte.

          „Moderat“ mehr Rückstellungen für faule Kredite

          Für das laufende Jahr peilt die Commerzbank eine leichte Steigerung des Gewinns an, obwohl die Rückstellungen für faule Kredite wieder „moderat“ anziehen dürften. 2015 waren sie um 40 Prozent auf 696 Millionen Euro gesunken.

          Größter Gewinntreiber war die Privatkunden-Sparte. Ihr operativer Gewinn schnellte um zwei Drittel auf 751 Millionen Euro nach oben. Das Ziel, binnen vier Jahren bis Ende 2016 eine Million Privatkunden gewonnen zu haben, ist in Sicht: 2015 kamen 286.000 hinzu, seit Ende 2012 sind es 819.000. Mit den überwiegend mittelständischen Firmenkunden verdiente die Bank 2015 mit 1,06 Milliarden Euro 13 Prozent weniger.

          Mit der Auflösung der internen „Bad Bank“ NCA setzt Blessing ein Zeichen, dass er die Krise der Bank als endgültig überwunden sieht. Die Abbau-Einheit hatte ihren Bestand an Schiffs- und Immobilienkrediten sowie Staatspapieren seit Mitte 2012 um fast 100 Milliarden auf 63 Milliarden Euro reduziert. Damals hatte die Commerzbank den Ausstieg aus dem Geschäft beschlossen. Allein 2015 schrumpfte der Bestand an Schiffs- und Immobilienkrediten um 13 Milliarden. Nun soll der Großteil der verbleibenden Kredite auf die Mittelstandsbank und die Privatkunden-Sparte übertragen werden.

          Übrig bleiben 18 Milliarden an riskanteren Engagements, davon fünf Milliarden Euro an Schiffs- und drei Milliarden an Immobilienkrediten, um die sich bis 2019 eine kleine „Asset & Capital Recovery Unit“ kümmern soll. Bis zu 850 Millionen Euro Verlust hat die Bank dafür noch eingeplant.

          Die Problem-Kredite hatten lange viel Kapital gebunden. Der Abbau trieb die harte Kernkapitalquote im vergangenen Jahr auf 12,0 von 9,3 Prozent, die Bilanzrisiken gingen deutlich zurück. Auch die Verschuldungsquote verbesserte sich deutlich auf 4,5 von 3,6 Prozent. „Wir haben 2015 die Risiken weiter reduziert und die Stabilität der Commerzbank deutlich erhöht“, sagte Finanzchef Stephan Engels.

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