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Keine Vertragsverlängerung : Commerzbank-Chef Blessing will nicht mehr

Martin Blessing führt die Commerzbank seit Mai 2008. Bild: dpa

Martin Blessing will aufhören und seinen bis Ende Oktober 2016 laufenden Vertrag nicht verlängern. Wer könnte sein Nachfolger werden?

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          Der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank AG, Martin Blessing, will seinen Ende Oktober 2016 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Dies teilte die Commerzbank am späten Sonntagnachmittag mit. Der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus-Peter Müller sagte, er nehme Blessings Entscheidung mit großem Bedauern zur Kenntnis, aber er wolle auch seinen Respekt für diese Entscheidung und seine hohe Wertschätzung für die erfolgreiche Arbeit Blessings bekunden. Die Ankündigung kommt zum gegenwärtigen Zeitpunkt gänzlich unerwartet – sogar für enge Mitarbeiter Blessings.

          Gerald Braunberger
          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Blessing hatte vor wenigen Wochen angedeutet, er wolle zwischen November 2015 und Frühjahr 2016 über eine weitere Amtszeit als Vorstandsvorsitzender von Deutschlands zweitgrößter Geschäftsbank nachdenken. Nun sorgte Blessing schnell für Klarheit. Am Sonntag, zwölf Monate vor Vertragsablauf, wäre der erste Tag gewesen, an dem ihm das Aktiengesetz erlaubt hätte, seinen Vertrag zu verlängern.

          Stattdessen teilte Blessing mit, er freue sich zwar über das ihm vorliegende Angebot einer Vertragsverlängerung. Er möchte aber nach 15 Jahren im Vorstand der Commerzbank und davon die Hälfte als Vorstandsvorsitzender ein neues Kapitel in seinem beruflichen Leben aufschlagen. Die Commerzbank habe die Folgen der Finanzkrise weitgehend bewältigt und befinde sich in der Zwischenzeit auf dem Weg zu einer nachhaltig erfolgreichen Bank.

          Wer sind die Nachfolge-Kandidaten?

          Der 52 Jahre alte Blessing hatte die Führungsposition im Frühjahr 2008 übernommen und damals große Pläne für einen Zusammenschluss von Commerzbank, Dresdner Bank und Postbank geschmiedet. Zwar kam die Übernahme der Dresdner Bank zustande, allerdings musste die Commerzbank anschließend mit Hilfe des Staates, der heute noch mit 15,6 Prozent größter Aktionär ist, mit rund 18 Milliarden Euro gerettet werden. Blessing sah sich zu einem straffen Kostensparprogramm veranlasst, Tausende Arbeitsplätze fielen weg.

          Die Aktionäre mussten mehrere riesige Kapitalerhöhungen und hohe Kursverluste hinnehmen. Zwischenzeitlich stand Blessing schwer in der Kritik, die aber nachgelassen hat. Dennoch kursieren in der Finanzszene seit geraumer Zeit Namen von Kandidaten für die Chefposition bei der Commerzbank. Genannt werden der frühere Privatkundenvorstand der Deutschen Bank, Rainer Neske, sowie der Vorstandsvorsitzende der HVB, Theodor Weimer. Aus der Commerzbank käme Firmenkundenvorstand Markus Beumer als Nachfolger Blessings in Frage. Über Blessings künftige Tätigkeit ist derzeit noch nichts bekannt.

          Die Commerzbank wird an diesem Montag ihre Zahlen für das dritte Quartal 2015 vorlegen. Für das erste Halbjahr hatte die Bank einen Gewinn nach Steuern von 646 (Vorjahr: 300) Millionen Euro ausgewiesen. Die Bank plant, für das Jahr 2015 eine Dividende zu zahlen. Es wäre die erste Dividende in der Amtszeit Blessings als Vorstandsvorsitzender.

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