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Commerzbank-Chef : Blessing bekommt erstmals wieder Bonus

  • Aktualisiert am

Martin Blessing Bild: dpa

Für Commerzbank-Chef Martin Blessing ist die Zeit der Bescheidenheit vorbei. Erstmals seit Ausbruch der Finanzkrise erhält er wieder einen Bonus.

          2 Min.

          Commerzbank-Chef Martin Blessing hat erstmals seit der Finanzkrise wieder einen Bonus erhalten. Neben einem Grundgehalt von 1,3 Millionen Euro kassierte der Manager noch einmal gut den gleichen Betrag als variable Vergütung, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht des Konzerns hervorgeht. Damit beliefen sich seine Gesamtbezüge für 2014 auf 2,67 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte er knapp 1,4 Millionen Euro verdient und dabei auf einen Bonus verzichtet. Die Gesamtvergütung des Vorstands sank 2014 um knapp 1,4 Millionen auf rund 11,9 Millionen Euro. Grund ist die Verkleinerung des Top-Managements von neun auf sieben Mitglieder.

          Trotz einer milliardenschweren Vergleichszahlung in Amerika hatte die Commerzbank ihren Überschuss im vergangenen Jahr von 81 Millionen Euro auf 264 Millionen Euro gesteigert. Ursprünglich hatte das Institut sogar einen Gewinn von 601 Millionen Euro gemeldet. Doch dieses Ergebnis musste die Bank nach unten korrigieren, nachdem sie sich in der vergangenen Woche auf eine Zahlung von 1,45 Milliarden Dollar wegen Verstößen gegen amerikanische Handelssanktionen bei Geschäften mit sogenannten Schurkenstaaten und wegen zu laxer Vorkehrungen gegen Geldwäsche geeinigt hatte.

          Noch keine Auswirkungen auf die Bilanz hatten die neuen Turbulenzen um die österreichische Krisenbank Hypo Alpe Adria. Die Commerzbank hat bei deren vor der Abwicklung stehenden Bad Bank namens Heta nach eigenen Angaben rund 400 Millionen Euro im Feuer. Die Belastungen aus dem von Österreich verhängten Schuldenmoratorium sollten in den kommenden Quartalen verbucht werden, erklärte die Commerzbank. Derzeit prüfe sie „geschäftliche und juristische Optionen“. Damit zieht das Institut auch Klagen in Betracht.

          Im Wesentlichen besitzt die Commerzbank nach eigenen Angaben Heta-Wertpapiere, für die eigentlich eine Ausfallbürgschaft des Bundeslandes Kärnten bestehen soll. Bislang waren Gläubiger davon ausgegangen, dass Österreich notfalls mit einer Staatsgarantie für Kärnten einspringt. Doch vor zwei Wochen hatte das Finanzministerium in Wien der Abwicklungsanstalt der Hypo Alpe Adria quasi über Nacht den Geldhahn zugedreht und sämtliche Schuldenzahlungen gestoppt.

          Gehaltsdeckel gilt seit 2011 nicht mehr

          Dagegen hatte die Commerzbank im Kerngeschäft im vergangenen Jahr deutlich zugelegt und ein kräftiges Gewinnplus erwirtschaftet. Auch nach deutschen Bilanzregeln (HGB) gab es einen Überschuss von 282 Millionen Euro. Auf die erste Dividende seit der Krise müssen die Aktionäre aber weiter warten. Den Gewinn will die Bank komplett in die Rücklagen stellen.

          Vorstandschef Blessing hatte zuletzt immer wieder gesagt, dass er erst ab einem dreistelligen Millionengewinn wieder einen Bonus nehmen wolle. Die Commerzbank war in der Finanzkrise vom Steuerzahler mit 18,2 Milliarden Euro gerettet worden. Damit verbunden war zunächst auch eine Gehaltsbegrenzung. Die Vorstände durften von 2008 bis 2011 nur jeweils 500.000 Euro pro Jahr verdienen. Erst als ein großer Teil der Staatshilfen 2012 zurückgezahlt war, wurde der Gehaltsdeckel aufgehoben. Der Staat ist immer noch mit 17 Prozent an der Commerzbank beteiligt.

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