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F.A.Z.-Informationen : Commerzbank bietet nicht für Nord LB

Das Nord-LB-Gebäude in Hannover. Bild: dpa

Ein Verkauf der Nord LB an private Finanzinvestoren rückt näher. Denn auch die Helaba wird am Mittwoch kein Angebot abgeben, weil die Bedingungen der Sparkassen in Hessen nicht erfüllt sind. Sparkassenfunktionäre aber hoffen noch.

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          Wunden lecken war am Dienstag im Sparkassenlager angesagt. Nachdem sich mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) der letzte Interessent aus dem öffentlich-rechtlichen Bankenlager entschieden hat, vorerst kein Angebot für die Nord LB abzugeben, scheint es auf eine Teilprivatisierung der Norddeutschen Landesbank zuzulaufen.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Käufer wird aber nicht die Commerzbank sein. Sie hat sich nach Informationen der F.A.Z. auch dagegen entschieden, ein konkretes Angebot abzugeben. Damit scheint der Weg frei zu sein für einen der noch im Rennen befindlichen Finanzinvestor wie Cerberus oder Apollo. Im Deutschen Sparkassenverband (DSGV) aber gibt man sich entspannt und kämpferisch zugleich: „Aus Sicht der Sparkassen ist eine Konsolidierung auf Ebene der Landesbanken wünschenswert. Wir prüfen daher weiterhin alle Optionen“, teilte der DSGV mit.

          An diesem Mittwoch müssen in Hannover die Angebote derjenigen eingehen, die zu einer Kapitalzufuhr für die angeschlagene Nord LB bereit sind. Die Helaba ist grundsätzlich an einem Zusammenschluss mit der Nord LB interessiert, hatte dafür aber vor zwei Wochen Forderungen an die niedersächsischen Sparkassen gestellt. Die kommunal getragenen Institute zwischen Osnabrück, Göttingen, Lüneburg und Wilhelmshaven sollen Geld zur Kapitalerhöhung der Nord LB beitragen, Beiträge in einen Haftungsfonds einzahlen und sich zu einer Risikopolitik mit der Helaba verpflichten. Diesen engen Verbund praktiziert die Helaba seit 2005 mit den Sparkassen Hessens und Thüringens. Die „Risikoeinheit“ hat der Helaba ein um fünf Stufen besseres Rating im Vergleich zur Nord LB eingebracht.

          Keine „harten“ Fristen

          Die Sparkassen in Niedersachsen fühlen sich aber durch die Forderungen aus Hessen erpresst. „Unsere Bedingungen sind Ernst gemeint. Wenn man sich schon über diese ersten Voraussetzungen nicht verständigen kann, dann ergibt es keinen Sinn. Daher lassen wir es mit einem Angebot“, sagte ein Sparkassenfunktionär aus Hessen, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, am Dienstag der F.A.Z. In Hessen sieht man sich in einer Lage des „Könnens“, nicht des „Müssens“. Das sei in Hannover anders. Dort erwartet die Nord LB nur noch bis Mittwochmittag Angebote.

          In Sparkassenkreisen heißt es zwar, die Nord LB sei Herr des Bieterverfahrens. Deshalb gebe es keine „harten“ Fristen, und deshalb könne auch mit der grundsätzlich gesprächsbereiten Helaba weiterverhandelt werden. Doch die Bankenaufsicht pocht dem Vernehmen nach darauf, dass die Eigenkapitallücke der Nord LB von nach Informationen der F.A.Z. mindestens 3,5 Milliarden Euro am Jahresende von außen gefüllt ist.

          Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) hatte deshalb in den vergangenen Tagen in zahlreichen Telefonaten versucht, auf die niedersächsischen Sparkassen einzuwirken, damit sie sich auf die hessischen Sparkassen zubewegen. Dem Vernehmen nach stieß Hilbers – und nicht nur er – beim niedersächsischen Sparkassenverbandspräsidenten Thomas Mang auf wenig Bereitschaft zu Kompromissen. Seit Wochen schon tut der niedersächsische Sparkassenverband auch gegenüber Journalisten so, als hätte er mit der Nord LB nichts zu tun. Dabei gehören den Sparkassen in Niedersachsen 26 Prozent der Nord LB. In der Helaba ist ihr Einfluss allerdings noch deutlich größer. An ihr halten die Sparkassen von Hessen und Thüringen die Mehrheit.

          Die Nord LB gehört mehrheitlich dem Land Niedersachsen. Finanzminister Hilbers ist daher daran interessiert, dass am Mittwoch möglichst viele Bieter ein gutes Angebot abgeben. Das erscheint aber zunehmend zweifelhaft. Denn nach dem Rückzug von Commerzbank und Helaba kann die Nord LB nur auf angelsächsische Finanzinvestoren bauen. Es gilt als sicher, dass der Eigner der Oldenburgischen Landesbank, Apollo, und Cerberus, künftiger Eigner der HSH Nordbank und Aktionär von Deutscher Bank und Commerzbank, für die Nord LB bieten werden.

          Land Niedersachsen braucht Angebote

          Finanzminister Hilbers wird das lieber sein als gar keine Angebote. Aber er hegt besondere Sympathien für Zusammenschlüsse unter Landesbanken und damit für ein Verbleiben der Nord LB und ihrer Braunschweigischen Landessparkasse im öffentlichen Bankenhaftungsverbund. Deshalb wird er Niedersachsens Sparkassenpräsident Mang weiter, gemeinsam mit dem Präsidenten des Deutschen Sparkassenverbandes Helmut Schleweis drängen, mit der Helaba weiterzuverhandeln.

          „Das kann nicht das letzte Wort sein“, hieß es am Dienstag in Sparkassenkreisen. Doch bislang gibt sich Mang weitgehend stur. Bleibt er dabei, wird die Kapitalerhöhung der Nord LB zum von vielen privaten Investoren und Banken lange erhofften Einfallstor in eine große öffentlich-rechtliche Landesbank. Vor kurzem hatte sich Cerberus mit verbündeten Investoren schon die kleinere HSH Nordbank gesichert. Diese Privatisierung wird in dieser Woche wohl endgültig vollzogen.

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