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F.A.Z. exklusiv : Commerzbank-Aufsichtsrat kritisiert Vorstand scharf

Bei der Commerzbank sollen 9600 Stellen wegfallen. Bild: dpa

Die Gespräche über den Abbau von 9600 Arbeitsplätzen haben begonnen. Verdi geht zu Beginn der Verhandlungen in die Offensive - und wirft dem Vorstand eine Hinhalte-Taktik vor.

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          Nach dem ersten Gespräch zwischen Vorstand und Gesamtbetriebsrat der Commerzbank über den Abbau von 9600 Stellen hat Aufsichtsrat Mark Roach den Vorstand scharf angegriffen. Die Hälfte der Stellen, die der Vorstand einsparen wolle, scheine völlig aus der Luft gegriffen, sagte Roach der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Für die andere Hälfte habe es vom Vorstand nur den Hinweis gegeben, 2400 Stellen sollten jeweils im Privatkundengeschäft und in der neu formierten Sparte Firmenkunden/Investmentbanking eingespart werden. „Wir wissen nicht, warum, und wir wissen nicht, wo dort – ob im Vertrieb oder in der Verwaltung. Diesen riesigen Stellenabbau sollten die Vorstandsmitglieder den Mitarbeitern doch genau begründen“, ärgert sich Roach, der für die Gewerkschaft Verdi im Aufsichtsrat der Commerzbank sitzt.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Vorstandsvorsitzende Martin Zielke hatte Ende September angekündigt, jede fünfte Stelle in der Commerzbank zu streichen, um bis 2020 mehr Gewinn zu machen. Zielke ließ aber offen, in welchen Abteilungen die Mitarbeiter vom Arbeitsplatzverlust besonders betroffen sein werden. Gewerkschaftler Roach erhebt deshalb schwere Vorwürfe. Schon im ersten Gespräch mit dem Betriebsrat habe der Vorstand seine gegenüber den Mitarbeitern verantwortungslose Verhandlungstaktik offenbart: „Die Beschäftigten hinhalten. Man lässt die Angst jedes einzelnen Betroffenen wabern“, sagt Roach. Nicht einmal weitere Gesprächstermine zwischen Vorstand und Betriebsrat seien vereinbart worden. Roach forderte in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den Vorstand auf, zügig konkret zu sagen, wo die 9600 Stellen wegfallen sollen, damit die Mitarbeiter mehr Klarheit hätten.

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