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Comeback an den Finanzmärkten : Esch bringt Wilhelmina Models an die Börse

Auch in der Modebranche gefragt: Sängerin Fergie Bild: picture-alliance/ dpa

Der frühere Pleiteunternehmer der IBH-Holding wagt sich an die Finanzmärkte zurück: Horst-Dieter Esch, Hauptakteur in einem der spektakulärsten deutschen Wirtschaftskrimis, will noch in diesem Herbst mit seiner Modelagentur an die Börse.

          Horst-Dieter Esch bereitet sein Comeback an den Finanzmärkten vor: Der Hauptakteur in einem der spektakulärsten deutschen Wirtschaftskrimis in den achtziger Jahren will die New Yorker Modelagentur Wilhelmina an die Börse bringen. Das bestätigte Esch der F.A.Z.. Der Börsengang soll nach seinen Angaben noch in diesem Herbst über die Bühne gehen. Mit Details hielt er sich zurück, die genaue Struktur des Börsengangs will er in zwei Wochen bekanntgeben.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Wilhelmina ist neben den amerikanischen Wettbewerbern Ford und IMG eine der größten Modelagenturen der Welt. Nach Eschs Angaben hat das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz von 60 Millionen Dollar erzielt, was einem Plus von 20 Prozent gegenüber 2006 entspreche. Der Vorsteuergewinn dürfte Branchenschätzungen zufolge bei etwa 6 Millionen Dollar liegen. Esch will genaue Geschäftszahlen veröffentlichen, wenn er die Details zum Börsengang ankündigt.

          Vom schillernden Bauunternehmer ins Gefängnis

          Horst-Dieter Esch hat Wilhelmina Models im Jahr 1988 gekauft. Es war damals ein völlig neues Betätigungsfeld für den Mann, der zuvor eine schillernde Karriere als Baumaschinenunternehmer erlebt hatte, die in einer spektakulären Pleite und einer Gefängnisstrafe endete. Esch hat in den siebziger Jahren den Mainzer Baumaschinenkonzern IBH-Holding mit einer Serie von Akquisitionen geschmiedet. IBH wurde, gemessen am Umsatz, zwischenzeitlich zum drittgrößten Baumaschinenkonzern der Welt, und Esch war einer der am meisten gefeierten Manager Deutschlands. Viele der von Esch gekauften Unternehmen waren jedoch finanziell angeschlagen. Eine schwache Baukonjunktur brachte die IBH-Holding in eine Schieflage. Im Jahr 1983 stellte sie den Insolvenzantrag.

          Esch selbst hatte sich im Zuge des Niedergangs seines Unternehmens zu einer verhängnisvollen Kapitalerhöhung gezwungen gesehen, die ihn nachher vor Gericht brachte. In zwei aufsehenerregenden Prozessen wurde er wegen Untreue und Betrugs verurteilt, er verbrachte vier Jahre und vier Monate im Gefängnis. Nach seiner Inhaftierung ging er nach New York und wagte mit dem Kauf von Wilhelmina Models einen Neuanfang. Den Kaufpreis von damals 5 Millionen Dollar für die im Jahr 1967 gegründete Agentur hatte er aus seinem persönlichen Vermögen, das von der Verurteilung unberührt geblieben war.

          Nicht Heidi Klum, aber Sängerin Fergie

          Die größten Stärken von Wilhelmina liegen traditionell nicht bei den weiblichen Models. Somit hat die Agentur nicht die ganz berühmten Supermodels wie Heidi Klum oder Naomi Campbell unter Vertrag. Stattdessen ist sie eher für die Betreuung von Stars aus der Musikbranche und dem Sport sowie für männliche Models bekannt. Wilhelmina arbeitet zum Beispiel mit den Sängerinnen Fergie und Natasha Bedingfield, der Golferin Sandra Gal und dem Männermodel Gabriel Aubry. Zu den weiblichen Models der Agentur gehört Karen Carreno.

          Horst-Dieter Esch fungiert heute als Verwaltungsratsvorsitzender (Chairman) des Unternehmens und kümmert sich um strategische Fragen, die operative Führung als Präsident hat er nach seinem sechzigsten Geburtstag im Jahr 2003 an Sean Patterson abgegeben. Esch hält 50 Prozent an Wilhelmina, die restlichen Anteile hat er im Jahr 1999 an den Finanzinvestor Brad Krassner verkauft.

          Die beiden Eigentümer wollen auch nach dem Börsengang an ihrem Engagement in den Unternehmen festhalten und jeweils größere Aktienpakete halten. Der Börsengang soll es Wilhelmina nach den Worten von Esch erlauben, andere Agenturen zuzukaufen und den Wachstumskurs zu halten. Dabei will er auch Länder außerhalb Amerikas ins Visier nehmen. Dazu zählen unter anderem Deutschland und Frankreich.

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