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Coffeeshops und ABN Amro : Kiffer-Konten werden teurer

Einer von vielen Coffeeshops in Amsterdam. Bild: AFP

Niederländische Coffeeshops zahlen bei ABN AMRO künftig elf Mal so viel für Geschäftskonten wie bisher. Die Bank begründet den Schritt mit schärferen behördlichen Auflagen.

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          Niederländische Coffeeshops zahlen bei ABN AMRO künftig elfmal so viel für ihre Geschäftskonten wie bisher. Vom 1. Januar an berechnet die drittgrößte Bank des Landes ihnen 110 Euro je Monat statt 9,90 Euro. Sie reicht damit nach eigenen Angaben einen Teil der Kosten weiter, die durch verschärfte behördliche Auflagen zur Kontrolle von Kunden und deren Geldströmen entstanden sind. Im vergangenen Jahr hatte ABN AMRO aus demselben Grund Geschäftskonten für ausländische Kunden verteuert.

          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ungefähr 250 Coffeeshops sind betroffen. Die Branche gehört zu jenen Sektoren, die nach der behördlichen Definition Hochrisikobranchen für Geldwäsche und Verbrechensfinanzierung sein sollen. Ob ABN AMRO auch in anderen Sektoren Gebühren erhöht, lässt die Bank offen. „Das steht jetzt nicht auf der Tagesordnung“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Auszuschließen sei es für die Zukunft nicht. Andere Banken eröffnen neue Geschäftskonten aus solchen Sektoren gar nicht mehr.

          Kritik nicht nur aus der Coffeeshop-Branche

          Als Fragen, die für die generelle Überwachungspflicht der Bank relevant sind, nennt der ABN-AMRO-Sprecher: Um was für eine Art Kunde handelt es sich? Was hat er für eine Geschichte? Gibt es noch Parteien, die hinter dem Kontenbesitzer stehen? Sind die Geldströme unverdächtig? Das zu kontrollieren verursache je nach Kunde unterschiedlich hohen Aufwand, macht die Bank geltend. Ein Kleidungsgeschäft in Nieuwegein sei in dieser Hinsicht nicht dasselbe wie ein großer Coffeeshop in Amsterdam.

          Tatsächlich haben die Geldinstitute im Land immer mehr Aufwand wegen gesetzlicher Auflagen, namentlich als Folge des „Gesetzes zur Verhinderung von Geldwäsche und Finanzierung von Terrorismus“ (Wwft). So willigte ABN AMRO im April auf eine Zahlung von 480 Millionen Euro ein, weil die Staatsanwaltschaft dem Institut „jahrelange und strukturelle Verletzung“ des Wwft vorwarf.

          Der heimische Branchenführer ING, in Deutschland über seine bis vor Kurzem „Diba“ genannte Tochtergesellschaft bekannt, musste sich von der Staatsanwaltschaft anhören, Kunden hätten „nahezu ungestört“ jahrelang ING-Konten in den Niederlanden zur Geldwäsche missbraucht. Das Institut einigte sich mit der Justiz auf 775 Millionen Euro Vergleichszahlung. Um dem zu entgehen, leisten die großen Banken nun enormen Aufwand: Tausende Arbeitsplätze sind entstanden für Überwachungsprogramme mit Namen wie KYC („Know Your Customer“, Kenne deinen Kunden).

          Leichte Beute?

          Kritik an ABN AMROs jüngster Entscheidung kommt nicht nur aus der Coffeeshop-Branche. Bob Hoogenboom, Dozent an der Nyenrode Business Universiteit, nennt die Aktion „billig“. „Coffeeshops sind legal und haben eine legitime Funktion in der Gesellschaft“, wird er in der Zeitung de Volkskrant zitiert. Probleme seien zwar nicht zu bestreiten, aber Coffeeshops dabei leichte Beute. „Dagegen werden strukturelle Formen von Kriminalität nicht mit derselben Aufmerksamkeit und Hingabe angegangen.“ Mit Letzterem zielte er laut der Zeitung auf Vergehen bei Trust-Büros, Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Notaren.

          Mit der neuen Gebühr stehen niederländische Coffeeshops nun auf einer Stufe mit ABN-AMRO-Kunden, die ausländische Geschäftskonten unterhalten. Die zahlen seit Anfang des Jahres schon 110 Euro monatlich – und sogar 270 Euro außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EU, Island, Norwegen und Liechtenstein). ABN AMRO argumentiert hier ebenfalls mit höherem Aufwand – einschließlich der Tatsache, dass Gesetze in gleich drei Kategorien zu beachten seien: internationale, niederländische und dazu jene im jeweiligen Herkunftsland des Kunden. Betroffen von der Erhöhung waren etwa 3000 Kunden in mehr als hundert Ländern.

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