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Citroën-Werbung : ö statt ë?

Wie spricht man die Marke dieses Rally-Wagens nochmal aus? Bild: dpa

Citroën heißt ab jetzt Zitrön. Das stimmt zwar nicht, aber das Video zu dem Werbe-Gag der Franzosen ist trotzdem sehenswert.

          Die französische Automarke Citroën hat schon manchem Deutschen Kopfzerbrechen bereitet. Das liegt weniger an der Technik der Autos, sondern eher an deren Namen. So übersetzen Franzosen den legendären Kleinwagen 2CV ganz natürlich als „deux chevaux“ („zwei Pferde“). In Deutschland wurde er, auch der Einfachheit halber, schnell zur „Ente“. Ebenso erkannten französische Zungen in der Limousine DS stets die namensgebende Göttin („la déesse“). Für einfachere Gemüter diesseits des Rheins war sie dagegen „De – Es“ – mit Pause nach dem „S“. Schließlich der Name des Autoherstellers selbst: Wie spricht der sich nun noch mal aus? Zitron? Zitro-En? Zitro-Ähn? Zitro-Öhn? Oder gar Zitrön?

          Für letztere Variante hat sich nun die zum französischen PSA-Konzern gehörende Automarke selbst entschieden. Pünktlich zur Feier des einhundertjährigen Bestehens hat sie sich in ihren deutschsprachigen Auftritten im Internet und in den sozialen Netzwerken in „Zitrön“ umbenannt: „Citroën ab jetzt auch in Deutsch“, heißt es dazu. Können die das ernst meinen? Und hat das etwas damit zu tun, dass der deutsche Autohersteller Opel inzwischen zu den PSA-Marken Peugeot, DS und Citroën – pardon: Zitrön – gehört? Alles nur ein Spaß, zu Werbezwecken, versichert eine Sprecherin am Montag. Die Automarke habe ja schon öfter „ungewöhnliche Marketingmaßnahmen ergriffen“.

          „Das ist wie im Restaurant, da hast Du auch mal Bock auf das Entrikött“

          In diese Kategorie fällt zweifelsohne auch der sehenswerte Film auf der Videoplattform Youtube, der die „Umbenennung“ begleitet. Er zeigt Szenen von der realen Tagung der deutschen Citroën-Händler Anfang Juli. 100 Jahre lang haben sich die Menschen in Deutschland daran versucht, „unseren Namen richtig auszusprechen“, erläutert dort Wolfgang Schlimme, der reale Geschäftsführer der Citroën Deutschland GmbH. „Heute wird sich das ändern: Aus Citroën in Deutschland wird Zitrön.“ Zurück bleiben Raunen, erzwungener Applaus – und ein konsternierter Händler namens Michael Hennes.

          Als Wiedergänger von Bernd Stromberg aus der Büro-Satire „Stromberg“ darf der ebenso fiktive Hennes nun im Ruhrpottdialekt den neuen Namen beklagen. „Es war doch alles gut, warum muss man immer alles ändern?“, fragt er. Alles müsse er nun anfassen, die Schilder am Autohaus, diese „Ansteckdinger“ fürs Revers und die extra für „teuer Geld“ aus Frankreich importierten „ë“-Tasten für die Computer. Zudem muss Hennes seine Mitarbeiter neu anlernen. Dabei stellt sich aber heraus, dass die sich am Telefon sowieso lieber mit „Autohaus Hennes“ meldeten – einfach, um die Aussprache zu vermeiden.

          Am Ende macht Hennes seinen Frieden mit dem neuen Namen. Auch weil er sich erhofft, Kunden von Konkurrenten mit einfach auszusprechenden Namen zurückzugewinnen – Ford zum Beispiel oder Volkswagen. „Das ist wie im Restaurant, da hast Du auch mal Bock auf das Entrikött“, sagt der Händler. „Aber das traust Du Dich dann nicht auszusprechen, und am Ende, bestellst Du wieder das Schnitzel.“ Ein Name als Autokaufverhinderungsgrund – wenn es doch nur so ëinfach wäre!

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