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Chronik : Die Schmiergeld-Krisen bei Siemens

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Siemens beschäftigt die Staatsanwälte. Hier Oberstaatsanwalt Anton Winkler aus München Bild: picture-alliance/ dpa

Der Technologiekonzern Siemens wird seit Herbst 2006 von einer Reihe von Krisen im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen erschüttert. Die Entwicklung gipfelte am späten Donnerstagabend im Rücktritt des Aufsichtsratschefs Heinrich von Pierer. Eine Chronik wichtiger Ereignisse.

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          Der Technologiekonzern Siemens wird seit Herbst 2006 von einer Reihe von Krisen im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen erschüttert. Die Entwicklung gipfelte am späten Donnerstagabend im Rücktritt des Aufsichtsratschefs Heinrich von Pierer. Eine Chronik wichtiger Ereignisse:

          15. November: Die Staatsanwaltschaft München durchsucht mit mehreren hundert Ermittlern Siemens-Büros in Deutschland und Österreich nach Hinweisen auf Schmiergeldzahlungen. Mehrere aktive und ehemalige Manager werden verhaftet.

          22. November: Die Schmiergeldaffäre weitet sich aus. Die Staatsanwaltschaft beziffert die Summe in den schwarzen Kassen auf rund 200 Millionen Euro. In der Folge wird unter anderem der ehemalige Siemens-Zentralvorstand Thomas Ganswindt vorübergehend inhaftiert. Die Behörden leiten auch Ermittlungen gegen den früheren Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger ein.

          11. Dezember: Siemens muss auf Grund der Korruptionsaffäre seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2005/06 korrigieren. Finanzvorstand Joe Kaeser überprüft fragwürdige Zahlungen über 420 Millionen Euro. Konzernchef Klaus Kleinfeld kündigt einen rigorosen Kampf gegen illegale Geschäftspraktiken und eine Verschärfung der Kontrollen an.

          3. Januar: Die Staatsanwaltschaft Nürnberg ermittelt gegen Siemens wegen des Verdachts, der Konzern habe zu Zeiten des von den UN eingeschränkten Handels mit dem Irak Amtsträger des Regimes von Saddam Hussein bestochen.

          14. Februar: Die Staatsanwaltschaft Nürnberg durchsucht Firmenräume in Erlangen, Nürnberg und München wegen eines neuen Schmiergeldverdachts. Die Razzia steht Zusammenhang mit Zahlungen über rund 34 Millionen Euro an dem damaligen Chef der Arbeitnehmervereinigung „Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger“ (AUB), Wilhelm Schelsky. Der Unternehmensberater sitzt seither in Untersuchungshaft.

          13. März: Vor dem Landgericht Darmstadt beginnt der Prozess gegen zwei ehemalige Siemens-Manager. Sie sollen laut Anklage Mitarbeiter des italienischen Energiekonzerns Enel mit rund sechs Millionen Euro bestochen haben, um an lukrative Kraftwerksaufträge zu gelangen.

          27. März: Zentralvorstand Johannes Feldmayer wird verhaftet. Er soll den Ermittlern zufolge für die Millionenzahlungen an Schelsky verantwortlich sein. Nach seiner Festnahme wird er bis auf weiteres als Siemens-Vorstand suspendiert. Am 4. April kommt er gegen Kaution wieder auf freien Fuß.

          2. April: Die IG Metall stellt in der AUB-Affäre Strafanträge gegen Siemens. Der Konzern soll nach Auffassung der Gewerkschaft mit den Zahlungen die konkurrierende Arbeitnehmervertretung illegal begünstigt haben.

          19. April: Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer kündigt seinen Rücktritt zum 25. April ohne Eingeständnis einer persönlichen Verantwortlichkeit für
          die Korruptionsfälle an.

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