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Im zweiten Quartal : Bei Ford fällt die Hälfte der Produktion wegen Chipmangels aus

  • Aktualisiert am

Ford bei einer Automobilausstellung in Schanghai Bild: EPA

Der weltweite Chipmangel hält an. Den amerikanischen Autobauer Ford trifft das hart: Im laufenden Quartal kämpft der Konzern mit deutlichen Einbußen. Das Problem kann sich bis ins kommende Jahr ziehen.

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          Der weltweite Chipmangel wird Ford wohl im laufenden zweiten Quartal die Hälfte der Produktion kosten. Im Gesamtjahr würden 1,1 Millionen Fahrzeuge weniger produziert, teilte der amerikanische Autobauer bei der Vorlage der Geschäftszahlen am Mittwoch mit. Im ersten Quartal waren es demnach 17 Prozent. In der zweiten Jahreshälfte dürften dann zehn Prozent verloren gehen. Eine vollständige Lösung des Problems dürfte sich bis ins kommende Jahr hinziehen. Der Nettogewinn des zweitgrößten Autobauers der Vereinigten Staaten lag im ersten Quartal bei 3,3 Milliarden Dollar, so hoch wie seit 2011 nicht mehr. Der Vorsteuergewinn von 4,8 Milliarden Dollar war sogar ein Rekord. Die Ford-Aktie verlor nachbörslich zunächst 3,5 Prozent.

          Ford hat wie weltweit fast alle Autobauer seit Monaten mit Lieferengpässen bei Computerchips zu kämpfen und musste die Produktion in mehreren Fabriken vorübergehend stoppen. Davon war auch der hochprofitable Pick-up und Ford-Bestseller F-150 betroffen, der in guten Zeiten einen großen Teil des Gewinns einfährt. Die Kosten für den Produktionsausfall sind bereits in der Prognose des Autobauers enthalten, wonach die Chip-Krise den Gewinn in diesem Jahr um ein bis 2,5 Milliarden Dollar schmälern könnte.

          Die Probleme treffen amerikanische ebenso wie europäische Hersteller inmitten des Hochlaufs der Elektromobilität. Ford hatte unlängst angekündigt, sein Kölner Werk für eine Milliarde Dollar zu einem europäischen Zentrum für Batterieautos umzubauen. Der Konzern hat seine Elektro-Offenssive trotz hoher Verluste unlängst nochmals beschleunigt und will bis 2025 rund 22 Milliarden Dollar in neuen Batterieautos und Hybrid-Fahrzeuge stecken.

          Sein Europageschäft hatte Ford vor einigen Jahren saniert und Tausende Stellen abgebaut. Im Gegensatz zum Rivalen General Motors, der seine Europa-Tochter Opel vor einigen Jahren an den französischen PSA-Konzern verkaufte, setzt Ford weiter auf das Europageschäft. Dazu sind die Amerikaner eine Allianz mit Volkswagen eingegangen und nutzen dessen Architektur für Elektroautos.

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