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Chipindustrie : Joe Kaeser wird Aufseher von NXP

NXP Semiconductors hat ein neues Mitglied im Aufsichtsrat: Siemens-Finanzvorstand Joe Kaiser wird zum 1. September zu dem niederländischen Chiphersteller wechseln. Das bestätigte das Unternehmen der F.A.Z.

          Infineon sucht einen Aufsichtsrat, NXP ist fündig geworden: Joe Kaeser soll zum 1. September Aufsichtsratsmitglied des börsenfrischen niederländischen NXP Semiconductors werden. Das Unternehmen bestätigte die Berufung des 53 Jahre alten Siemens-Finanzvorstandes auf Anfrage. Für den niederländische Halbleiterhersteller, den Philips 2006 an Finanzinvestoren verkauft hatte und der Freitag an die New Yorker Börse gegangen ist, kommt Kaeser genau richtig: Er war im Siemens-Konzern bis zur Ausgliederung im Jahr 1999 im Halbleitergeschäft tätig, woraus das Unternehmen Infineon wurde.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Der hinter der französischen ST Microelectronics und Infineon drittgrößte europäische Chiphersteller NXP kämpft seit Jahren mit wirtschaftlichen Problemen. Mit Kaeser wird das Aufsichtsgremium um industrielle Kompetenz erweitert. Derzeit dominieren dort die Repräsentanten der Finanzinvestoren wie KKR, Silverlake, Bain und Apax, die Eigentümer sind. Mit dem Börsengang wird das Gremium erweitert. Kaeser tritt als zusätzliches Mitglied ein. Als nennenswertes Aufsichtsratsmandat hat der Finanzchef - von Siemens-Tochtergesellschaften oder -Beteiligungen abgesehen - nur noch eines im Allianz-Konzern.

          Die Personalie ist durchaus pikant. Kaeser wird zum einen Aufseher bei einem Konkurrenten von Infineon. Und der Münchener Halbleiterhersteller ist selbst derzeit auf der Suche nach einem neuen Aufsichtsratsvorsitzenden, hat aber noch keinen geeigneten externen Kandidaten gefunden. Klaus Wucherer, ehemals Siemens-Vorstandsmitglied, hat angekündigt, seinen Posten als Aufsichtsratschef nach einem Jahr wieder abgeben zu wollen. Eine Kandidatur von Kaeser wäre gleich aus mehreren Gründen nicht in Betracht gekommen. Eine Zustimmung im Siemens-Gremium hätte es schon wegen der ohnehin bestehenden Siemens-Präsenz im Halbleiterkonzern nicht gegeben. Vor allem aber würde die Arbeit dort den Finanzvorstand mehr in Beschlag nehmen als bei der niederländischen Konkurrenz.

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