https://www.faz.net/-gqe-96gey

Trotz Sicherheitslücken : Intel erfreut Anleger mit Rekorderlösen

  • Aktualisiert am

Intel-Chef Brain Krzanich darf sich über ein „Rekordjahr“ 2017 freuen. Bild: Reuters

Trotz „Meltdown“ und „Spectre“ kann der amerikanische Technologiekonzern Rekorderlöse erzielen. Trotzdem macht Intel am Ende Verlust – zumindest vorerst.

          1 Min.

          Der Chip-Hersteller Intel hat dank starken Wachstums im Geschäft mit Datenzentren sowohl im Schlussquartal als auch im Gesamtjahr 2017 Rekorderlöse verbucht. In den drei Monaten bis Ende Dezember stieg der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreswert um vier Prozent auf 17,1 Milliarden Dollar (13,8 Mrd Euro), wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Bei Anlegern kam das gut an, die Aktie legte im nachbörslichen Handel zunächst um rund vier Prozent zu. Zusätzliche Freude am Markt bereitete eine Dividendenerhöhung.

          Trotzdem fiel unter dem Strich ein Verlust von 687 Millionen Dollar an. Der Grund: Die amerikanische Steuerreform verursachte eine einmalige Abschreibung von 5,4 Milliarden Dollar, insbesondere weil Abgaben auf im Ausland geparktes Vermögen fällig werden. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Überschuss von 3,6 Milliarden Dollar erzielt worden. Intel lobte die neuen Steuergesetze jedoch und betonte, auf längere Sicht von den niedrigeren Unternehmenssteuern in Amerika zu profitieren.

          Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte Intel die Erlöse um sechs Prozent auf 62,8 Milliarden Dollar. „2017 war ein Rekordjahr angetrieben von starkem Wachstum in unserem Geschäft mit Rechenzentren“, sagte Konzernchef Brian Krzanich. Im Kerngeschäft mit klassischen Computerchips tut sich Intel wegen der sinkenden PC-Nachfrage schwer. Zuletzt gelang es aber gut, die Schwäche durch andere Sparten wettzumachen. Dennoch drückte die hohe Abschreibung den Jahresgewinn um sieben Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar.

          Zu den jüngst entdeckten Sicherheitslücken „Meltdown“ und „Spectre“ in Computer-Prozessoren äußerte sich Intel zunächst nur am Rande. Der Branchenriese erwähnte im Quartalsbericht lediglich bereits bekannte Sammelklagen und warnte in seinem Geschäftsausblick vor negativen Folgen für Kundenbeziehungen und Reputation. Intel hatte zuletzt Probleme bei der Behebung der Sicherheitslücken einräumen müssen, durch die theoretisch auf breiter Front Daten gestohlen werden können.

          Weitere Themen

          In China lauert die Korruption bis heute

          Vorfälle der Deutschen Bank : In China lauert die Korruption bis heute

          Mit teuren Geschenken an chinesische Politiker wollte sich die Deutsche Bank Vorteile verschaffen. Der Fall lenkt den Blick auf ein Land, das trotz Mühen immer noch unter Bestechung leidet – auch wegen des Handelskriegs mit Amerika.

          Topmeldungen

          Donald Trump und Liu He, Vizepremier von China, gemeinsam in Washington. Infolge des Handelskriegs mit Amerika habe die Korruption in Chinas Privatwirtschaft wieder zugenommen, berichtet Philipp Senff von der Wirtschaftsanwaltskanzlei CMS in Schanghai.

          Vorfälle der Deutschen Bank : In China lauert die Korruption bis heute

          Mit teuren Geschenken an chinesische Politiker wollte sich die Deutsche Bank Vorteile verschaffen. Der Fall lenkt den Blick auf ein Land, das trotz Mühen immer noch unter Bestechung leidet – auch wegen des Handelskriegs mit Amerika.
          Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin

          Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.
          Das Unterhaus voller Schimpansen: Ein Unbekannter erstand das Gemälde für 9,44 Millionen Euro

          Banksy und der Kunstmarkt : Inkognito in aller Munde

          Anfang Oktober wurde ein Gemälde Banksys für eine Rekordsumme versteigert. Doch wie verdient der anonyme Streetart-Künstler sein Geld? Und wie kommt seine Kunst auf den Markt?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.