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Enttäuschende Zahlen : Selbst Intel leidet unter Lieferengpässen

Klein, aber oho: Ein Chip von Intel Bild: F.A.Z.

Alle wollen Chips: Intel produziert ein gefragtes Produkt. Trotzdem bekommt das Unternehmen die allgemeine Knappheit von Komponenten zu spüren.

          1 Min.

          Viele Branchen leiden derzeit unter einem Mangel an Halbleitern. Intel produziert sie und hat somit ein sehr gefragtes Produkt. Das Unternehmen hat nach eigener Aussage auch Engpässe in seiner eigenen Fertigung behoben. Aber es leidet darunter, dass Halbleiter fehlen, die zusammen mit seinen eigenen Produkten verwendet werden. Und das wiederum reduziert offenbar auch die Nachfrage von Kunden nach Intel-Chips. Das hat sich im jetzt veröffentlichten Quartalsbericht des amerikanischen Halbleitergiganten niedergeschlagen. Die Börse zeigte sich davon enttäuscht, der Aktienkurs von Intel verlor am Freitag zeitweise mehr als 10 Prozent an Wert.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Intel hat seinen Konzernumsatz im dritten Quartal um 5 Prozent auf 19,2 Milliarden Dollar gesteigert. Ohne Berücksichtigung des Geschäfts mit bestimmten Speicherchips, die an das südkoreanische Unternehmen SK Hynix verkauft werden, lag der Umsatz bei 18,1 Milliarden Dollar und verfehlte damit die Vorhersagen von Analysten etwas. Intels bereinigter Nettogewinn betrug 7,0 Milliarden Dollar, das Ergebnis je Aktie übertraf die Erwartungen.

          Vorstandsvorsitzender kündigt Weichenstellung an

          Die Engpässe von Komponenten machten sich vor allem im Geschäft mit Halbleitern für Laptops bemerkbar. In der Sparte mit diesen Chips schrumpften die Umsätze. Die Umsätze mit Mikroprozessoren für Großcomputer wie Netzwerkrechner (Server) wuchsen zwar um 10 Prozent, lagen aber auch etwas unter den Erwartungen. Intel sagte, in China habe die Nachfrage von Kunden unter den jüngsten Restriktionen der dortigen Regierung für die Benutzung von Videospielen gelitten. Mit Blick auf die Engpässe von Komponenten sagte der Vorstandsvorsitzende Pat Gelsinger, er rechne mit einer schrittweisen Entspannung im kommenden Jahr, die Knappheit könne aber auch noch 2023 zu spüren sein.

          Gelsinger hat den Chefposten erst im Februar dieses Jahres übernommen. Er rückte in einer schwierigen Zeit an die Spitze. Intel kämpfte mit sinkenden Marktanteilen und Verzögerungen bei der Entwicklung neuer Produkte. Apple gab Intel als Lieferant von Chips für Macintosh-Computer den Laufpass. Gelsinger hat seither einige größere Weichenstellungen angekündigt: Er will 20 Milliarden Dollar in Fertigungsstätten auf dem amerikanischen Heimatmarkt investieren; in Europa will er sogar Chipfabriken für 80 Milliarden Euro errichten, der Standort steht noch nicht fest. Er hat außerdem angekündigt, Intel wolle jenseits seiner eigenen Chips auch Auftragsfertiger für andere Unternehmen werden.

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