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Bosch-Siemens reagiert : „Chinesen übernehmen die innovative Hoheit“

Von wegen deutscher Standard: Auch in Sachen Konsum zieht China das Tempo an und produziert auf Augenhöhe mit dem Westen – beispielsweise Kühlschränke, wie hier bei TCL. Bild: Reuters

Erst E-Mobilität und Robotik, nun Konsum: China sieht sich auf Augenhöhe mit dem Westen, die Standards in Küche und Haushalt setzen nicht mehr Marken wie Bosch-Siemens. Die Hersteller reagieren nun auf den drastischen Wandel.

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          Der Geschirrspüler steht im Waschbecken der Küche; ein vertrauter Ort, für das Reinigen von Tellern, Tassen und Gläsern. Aber das Gerät kann mehr: Obst- und Gemüsewaschen zum Beispiel. Der Gas-Wok mit einem kräftigen Brenner bereitet die Speisen in gepflegter Tradition zu. Die Dunstabzugshaube ist mit einem besonders leistungsfähigen Fettabsorbierer ausgestattet; das reichhaltige, schwere Essen der Chinesen hinterlässt eben doch viele Rückstände und sorgt für dicke Luft. Schon der Kühlschrank, der öfters im Wohnzimmer steht, muss mit mindestens vier Türen im edlen Design ausgestattet sein.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Der Eintürige ist in China kaum noch präsent, der Anteil der in Europa so beliebten Zweitürer mit Kühl- und Gefrierfach ist auf dem Rückzug. Vorbei sind die Zeiten, in denen die halbautomatische Waschtrommel zur Wäschereinigung herhalten musste. Die Frontlader dominieren nun. Wenigstens das haben die Chinesen mit deutschen und europäischen Gebrauchsgewohnheiten gemein. Ansonsten aber hat sich der drittgrößte Hausgerätemarkt der Welt hinter den Vereinigten Staaten und Europa von den Gepflogenheiten der westlichen Konsumgewohnheiten abgekoppelt. Westliche Marken als Statussymbol und als Garant für gute Qualität? Das war gestern. Die Chinesen haben nun die Marktmacht und Kaufkraft. Deshalb können sie Trends setzen, die in die Welt getragen werden.

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