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HNA-Konglomerat : Chinesen steigen zum größten Deutsche-Bank-Aktionär auf

  • Aktualisiert am

Das Aktienpaket der HNA an der Deutschen Bank besitzt einen Wert von 3,4 Milliarden Euro. Bild: dpa

In Deutschlands größter Bank sind die Chinesen auf dem Vormarsch: Der Mischkonzern HNA hat seinen Anteil auf knapp 10 Prozent aufgestockt. An Geld scheint es nicht zu mangeln.

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          Das chinesische Unternehmens- und Finanzkonglomerat HNA ist zum größten Aktionär der Deutschen Bank aufgestiegen. Wie aus einer Stimmrechtsmitteilung aus der Nacht zu Mittwoch hervorgeht, hat HNA seine Beteiligung auf 9,92 Prozent aufgestockt, das Aktienpaket besitzt damit einen Wert von 3,4 Milliarden Euro.

          An Geld mangelt es den Chinesen offenbar nicht: HNA war erst im Februar bei der Deutschen Bank eingestiegen und hatte damals schon in Aussicht gestellt, im Laufe der Zeit weiter aufzustocken, aber unter zehn Prozent zu bleiben. Auch hatte HNA erklärt, das Management „als Anker-Aktionär unterstützen zu wollen“ – was keineswegs nur freundlich gemeint sein muss.

          Mit Alexander Schütz, dem Gründer und Vorstand von C-Quadrat, soll zudem ein Vertreter der Investoren in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank einziehen. HNA verwaltet seine Beteiligung treuhänderisch über Fonds und Unternehmen der österreichischen Fondsgesellschaft C-Quadrat. Im März hatte HNA noch einen Anteil von 4,76 Prozent gemeldet.

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          HNA ist vor allem als Miteigentümer von Fluggesellschaften (Hainan Airlines), Flughäfen (Swissport) und Hotels (Hilton) bekannt, besitzt aber auch eine große Bank- und Immobilien-Sparte. Der Mischkonzern kauft momentan auch den Flughafen Hahn im Hunsrück. Zudem wird den Chinesen ein Interesse an der HSH Nordbank nachgesagt.

          Die Chinesen haben mit der Aufstockung Katars Herrscherfamilie al-Thani als größten Deutsche-Bank-Aktionär abgelöst. Diese hatte offiziell über die Investmentfirmen Paramount Services und Supreme Universal eine Beteiligung von etwa sechs Prozent an der Bank gemeldet, hielt zuletzt aber nach eigenen Angaben rund acht Prozent sowie nach Reuters-Informationen darüber hinaus weitere Kaufoptionen. Drittgrößter Aktionär ist der Vermögensverwalter Blackrock mit zuletzt veröffentlichten knapp 6 Prozent der Anteile.

          Eine Meldepflicht für Beteiligungen an börsennotierten Firmen gibt es in Deutschland nur dann, wenn sie die Schwellen von drei, fünf oder zehn Prozent überschreiten. Die Deutsche Bank wollte sich bislang nicht zu den Informationen äußern. In der Vergangenheit hatte sie den Einstieg der Chinesen allerdings gut geheißen.

          Bankchef John Cryan baut das von teuren Rechtsstreitigkeiten mitgenommene Traditionshaus gerade um und hatte dafür auch eine Kapitalerhöhung im Volumen von 8 Milliarden Euro vorgenommen.

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