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Riesenflieger mit Problemen : Peking soll den A380 retten

Ein A380 in Singapur Bild: Reuters

Mit einem Ausrüstungszentrum will Airbus China zu Bestellungen überreden. Aber wie soll das gehen? Es gibt einiges, das gegen diesen Plan spricht.

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          Der europäische Flugzeughersteller Airbus nutzt den am Montag gestarteten Besuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Peking, um mit der chinesischen Regierung über Bestellungen des Großraumflugzeugs A380 zu verhandeln, dem das Produktions-Aus droht. In Konzernkreisen wurde bestätigt, dass Airbus China eine industrielle Partnerschaft anbietet, die den Kauf des Riesenfliegers attraktiver machen soll. Diesen Vorschlag hat der Leiter des zivilen Flugzeugbaus, der Franzose Fabrice Brégier unterbreitet, der in wenigen Wochen Airbus verlässt. Brégier verhandele mit chinesischen Offiziellen „in einem frühen Stadium“ über die Errichtung eines Ausrüstungszentrums für Airbus-Maschinen in China, wurde am Montag in Konzernkreisen bestätigt.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          In einem solchen Zentrum könnte das Innere des A380, die Kabine, ausgestattet werden und auch der Anstrich der Maschinen erfolgen. Airbus wäre bereit, verstärkt chinesische Zulieferer in solche Arbeiten einzubinden. In ähnlicher Weise ist Airbus schon für den Langstreckenflieger A330 vorgegangen. In Tianjin, wo der europäische Konzern die Mittelstreckenflugzeuge A320 montiert, hat Airbus im vergangenen Jahr ein Ausrüstungszentrum für den A330 eröffnet. Brégier erklärte im vergangenen September, dass Airbus damit ein lokales Netzwerk an Kabinenlieferanten aufbaue, das auch für den A380 genutzt werden könnte.

          Idealer Einsatzort China?

          Dem A330-Zentrum in China gingen freilich Aufträge chinesischer Fluggesellschaften für diesen Flugzeugtyp voraus. Davon ist für den A380 bisher nichts in Sicht. Bei Macrons Staatsbesuch dürfte China zwar neue Airbus-Flugzeuge ordern, doch nicht den kriselnden Riesenflieger. Daher wird die Ordersuche für den A380 immer dringender. Der Auftragsbestand ist auf weniger als 100 Stück gesunken, und davon könnten die Kunden noch etliche kündigen, wie Fachleute sagen. Damit steht die Zukunft des Großraumflugzeugs, das je nach Ausstattung derzeit zwischen 489 und 615 Passagiere befördert, infrage.

          Airbus hält den großen und bevölkerungsreichen Markt Chinas für den idealen Einsatzort des A380, doch bisher hat der Konzern nur fünf Maschinen an die Fluggesellschaft China Southern verkauft, und das dem Vernehmen nach auch nur zu hohen Rabatten auf den Listenpreis. Airbus verhandelt weiter mit dem Großkunden Emirates, der im vergangenen Jahr eine Bestellung von 36 Flugzeugen hat platzen lassen. Doch dieser wünscht sich eine gründliche Modernisierung des vierstrahligen Passagierjets, die für Airbus sehr teuer wäre.

          Kann nicht auf allen Flughäfen landen

          China wird nach Schätzung des globalen Luftfahrtverbandes IATA in fünf Jahren die Vereinigten Staaten als größter Luftfahrtmarkt der Welt ablösen. Bei den mehr als 7200 Flugzeugen, die China nach Schätzung des amerikanischen Herstellers Boeing in den kommenden 20 Jahren benötigt, wird es sich jedoch bei drei Viertel aller Jets um zweimotorige Passagierflugzeuge mit nur einem Kabinengang handeln.

          Bei den restlichen Großraumfliegern könnten die Chinesen laut Branchenkennern vor allem auf verbrauchsärmere Modelle mit zwei Triebwerken wie die Boeing 787 Dreamliner und 777 oder den Airbus A350 setzen anstatt auf den A380 mit vier Triebwerken. Dieser befördert zwar mehr Passagiere, wird aber deshalb auch weniger oft am Tag für Flüge eingesetzt. Das läuft dem Wunsch der Fluglinien zuwider, möglichst viele Verbindungen zu unterschiedlichen Tageszeiten anzubieten. Zudem kann der A380 nicht auf allen Flughäfen landen.

          Weiter könnte gegen eine chinesische Rettungsmission für den A380 sprechen, dass das Land mit dem staatlichen Flugzeughersteller Comac bald selbst in Konkurrenz zu Airbus und Boeing treten will. Frühestens von 2019 an soll Chinas erster Mittelstreckenjet C919 an chinesische Fluggesellschaften ausgeliefert werden, der bis zu 168 Passagiere befördert. Im Regierungsplan „Made in China 2025“ ist der Flugzeugbau als Schlüsselindustrie aufgeführt, in der das Land weltweit zu einem führenden Anbieter aufsteigen soll.

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