https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/chiemseer-dirndl-tracht-wir-wollen-den-charakter-erhalten-18227787.html

Unternehmergespräch : „Wir wollen den Charakter des Dirndls erhalten“

Marco Ehrenleitner ist Geschäftsführer in vierter Generation und hält am Kurs seiner Vorgänger fest. Bild: Maria Irl

Chiemseer Dirndl & Tracht produziert noch immer vor Ort. Das wirkt wie aus der Zeit gefallen, hat aber Zukunft, versichert der Chef.

          4 Min.

          Neben dem Regal mit den farblich sortierten Spindeln hängt ein Kalender aus dem Jahr 2020. Die Corona-Pandemie hat auch in der Nähstube des traditionsreichen Bekleidungsherstellers Chiemseer Dirndl & Tracht die Zeit angehalten. „Wir waren fast ein halbes Jahr komplett geschlossen und haben erst seit Ende April den Betrieb wieder voll hochgefahren“, sagt Geschäftsführer Marco Ehrenleitner. Doch auch ungeachtet der zwei Jahre andauernden Corona-Verwerfungen sieht es in dem kleinen Familienunternehmen aus wie in einem Museum.

          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Mechanische Pfaff-Nähmaschinen aus vergangenen Epochen sind hier im Einsatz, Stoffbahnen werden mit Pappschablonen von Hand zugeschnitten, und in Ehrenleitners Büro steht auf dem rustikalen Eichentisch noch eine alte Schreibmaschine. Der jugendlich wirkende Chef, der an diesem heißen Sommertag in Shorts, T-Shirt und Flipflops herumläuft und erst später für das Fotoshooting Lederhosen und Trachtenhemd anzieht, wirkt in der historischen Kulisse irgendwie deplatziert. Eher könnte er ein hippes Start-up in München führen oder Surflehrer am nahe gelegenen Chiemsee sein. „Das hier ist das Büro von meinem Großvater“, sagt er und lächelt verschmitzt.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Test einer ballistischen Interkontinentalrakete im Dezember 2020 am Kosmodrom Plessezk in Russland.

          Ukrainekrieg : Das nukleare Risiko steigt

          Putins Drohungen mit Atomwaffen sollte man sehr ernst nehmen, sie sind ein Problem für die bisherige westliche Strategie im Ukrainekonflikt. Mehr denn je kommt es jetzt auf Geschlossenheit an.
          Hauptgebäude der Leuphana Universität Lüneburg

          „Cancel Culture“ an Unis : Ende einer Treibjagd

          Eine Wirtschaftsjuristin wird an der Universität Lüneburg Opfer einer Rufmord-Kampagne. Der Vorwurf: Transphobie. Die Universitätsleitung schaut zu.
          Droht dem Westen: Der russische Präsident Wladimir Putin am 21. September 2022

          Putins neue Drohungen : Szenarien für den nuklearen Ernstfall

          Putin hat schon früher mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Diesmal sagt er, er bluffe nicht. Washington hat dafür Szenarien ausgearbeitet und Moskau gewarnt.