https://www.faz.net/-gqe-9fzno

Größter Markt der Welt : Chemiekonzern BASF setzt noch viel mehr Geld auf China

  • Aktualisiert am

Auch in Caojing in der Nähe von Schanghai betreibt die BASF eine Fabrik. Bild: obs

Der chinesische Staatskonzern Sinopec kooperiert schon lange mit der BASF. Nun vertiefen die Konzerne ihre Zusammenarbeit – es geht um viel.

          Der Chemiekonzern BASF hat die zweite große Investition in China innerhalb weniger Monate angekündigt und erweitert seine Kooperation mit dem chinesischen Mineralölunternehmen Sinopec. Am BASF-Verbundstandort in Nanjing wollen die beiden langjährigen Partner einen zweiten Steamcracker mit einer Kapazität von einer Millionen Tonnen Ethylen im Jahr bauen, wie die Unternehmen an diesem Montag mitteilten. An den Kosten soll sich Sinopec zur Hälfte beteiligen.

          Eine Machbarkeitsstudie über den neuen Steamcracker – eine petrochemische Großanlage, in der aus Rohbenzin wichtige Ausgangsstoffe wie Ethylen für die Kunststoffherstellung gewonnen werden – soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen werden. Angaben zum Investitionsvolumen machte BASF nicht. Bisher belaufen sich die Investitionen für den Standort Nanjing auf insgesamt ungefähr 5,2 Milliarden Dollar.

          Wachsender Markt für Batterien

          BASF würde mit dem Schritt seinen wichtigsten chinesischen Chemiestandort weiter ausbauen. Nanjing ist einer von weltweit sechs großen Verbundstandorten des Konzerns, in denen eine Vielzahl unterschiedlicher Anlagen untereinander vernetzt produzieren.

          Im Juli hatte die BASF-Führung angekündigt, in Guangdong den Bau eines zweiten Verbundstandortes in China zu prüfen. Mit der bis zu zehn Milliarden Dollar schweren Investition würde BASF erstmals ein Werk in China ohne einen lokalen Partner bauen.

          Das Chemieareal in Nanjing betreiben BASF und Sinopec über ihr seit dem Jahr 2000 bestehendes Gemeinschaftsunternehmen BASF-YPC. Im Jahr 2005 nahmen sie die Produktion dort auf.

          In Nanjing werden jährlich rund drei Millionen Tonnen Chemikalien und Polymere für China hergestellt, den größten Chemiemarkt der Welt. Sinopec und BASF wollen nun auch neue Geschäftsmöglichkeiten im stark wachsenden Markt für Batteriematerialien prüfen.

          Erst kürzlich hatte BASF schon eine Partnerschaft in dem Bereich mit dem russischen Nickel- und Palladiumförderer Norilsk Nickel vereinbart. Die beiden Firmen wollen eine erste Produktionsanlage für Batteriematerialien für Elektrofahrzeuge für den europäischen Markt im finnischen Harjavalta bauen, die Ende 2020 die Produktion aufnehmen soll.

          Weitere Themen

          Das Land ohne Wasser Video-Seite öffnen

          Klimawandel in Australien : Das Land ohne Wasser

          Lange Zeit war der Klimawandel nur eine düstere Prognose für die Zukunft, doch in Australien sind die Vorhersagen schon bittere Realität geworden. Viele Landwirte stehen vor dem Nichts, nachdem eine jahrelange Dürre Weidegründe hat verdorren und Quellen versiegen lassen.

          Anwälte gegen Inkassoreform

          Gebührensenkung : Anwälte gegen Inkassoreform

          Geht es nach der Bundesjustizministerin, sollen die Gebühren im Inkassoverfahren gesenkt werden. Nicht nur die betroffenen Unternehmen sträuben sich dagegen, auch unter Anwälten wächst der Widerstand.

          Topmeldungen

          Länger leben : Kerle, macht’s wie die Frauen

          Von der Gleichstellung der Geschlechter profitieren auch Männer – sie sind gesünder und leben länger. Die regionalen Unterschiede, die in einer Studie sichtbar werden, überraschen.
          Viele Fragen an den Präsidenten in der Whistleblower-Affäre: Donald Trump beantwortet Reporterfragen vor dem Weißen Haus.

          Telefonat mit Selenskyj : Trumps Erpressung

          Für Donald Trump ist das Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten nicht verwerflich. Er sieht nichts Schlimmes darin, seine Macht zu nutzen, um politischen Konkurrenten wie Joe Biden zu schaden. Dabei beginnt der Skandal schon an anderer Stelle.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.