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Neue Initiative : Allianz gegen Plastikmüll

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Ein Mann sammelt Plastik und andere wiederverwertbare Materialen an der Küste des Arabisches Meeres. Bild: dpa

Rund 10 Millionen Tonnen Plastik landen jedes Jahr in den Weltmeeren. Eine Initiative der Chemieindustrie investiert jetzt Milliarden, um das zu ändern. Auch deutsche Unternehmen beteiligen sich.

          Die chemische Industrie will mehr gegen den Plastikmüll in der Umwelt unternehmen. Dazu haben knapp 30 Konzerne am Mittwoch in London eine Allianz ins Leben gerufen. Sie wollen nach Darstellung des deutschen Branchenverbandes VCI in den nächsten fünf Jahren 1,5 Milliarden Dollar in Projekte investieren, um Kunststoffabfälle zu sammeln, zu recyceln oder wiederzuverwerten. Das Geld soll zudem in Reinigungsaktionen und Informationen fließen.

          Aus Deutschland sind BASF, Covestro und Henkel mit von der Partie. Vertreten seien neben Chemieproduzenten und Kunststoffherstellern Unternehmen aus der Konsumgüterindustrie, dem Handel und der Abfallwirtschaft. Die „Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt“ wolle sich zunächst auf Regionen konzentrieren, die hauptsächlich für Plastikmüll in den Meeren verantwortlich seien: Asien-Pazifik und Afrika.

          Kunststoffe seien leistungsfähig, vielseitig einsetzbar und ressourcenschonend. Sie dürften aber nicht als Abfall ins Meer oder in die Umwelt gelangen, sagte Hans Van Bylen, Vorstandsvorsitzender von Henkel und zugleich Präsident des VCI. Die Initiative der Industrie ist eine Reaktion auf den wachsenden Unmut in der Öffentlichkeit und drohende Regulierung.

          Mehr Plastik als Fisch

          Bilder von riesigen Plastikinseln im Meer, elend an Kunststoffabfällen verendeten Tieren bis hin Berichten über Mikroplastik in Nahrungsmitteln haben selbst in der EU schon zu strikteren Vorgaben geführt. Plastikteller, Trinkhalme und andere Wegwerfprodukte aus Kunststoff sind von 2021 an in der EU verboten. Die Sammel- und Recyclingquoten sind in Europa, insbesondere in Deutschland, deutlich höher als in den aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens und afrikanischen Entwicklungsländern. Der VCI verweist auf Untersuchungen, wonach 90 Prozent des Kunststoffabfalls über zehn Flüsse in die Weltmeere gelangen, acht davon in Asien, zwei in Afrika.

          Greenpeace begrüßte das Vorhaben. Es sei höchste Zeit, Kunststoff-Müll einzudämmen, sagte Manfred Santen, Experte für Plastik bei der Umweltorganisation. Die Konzerne müssten aber auch ihre Packungsgrößen für Konsumgüter oder Lebensmittel ändern, die gerade für arme Kunden in
          Schwellenländer immer kleiner würden. „Der Trend geht in die komplett falsche Richtung“, kritisierte Santen.

          Die Verschmutzung der Weltmeere mit Plastik ist eines der drängendsten Umweltprobleme weltweit. Im Jahr 2050 könnte in den Weltmeeren mehr Plastik als Fisch schwimmen, schätzt die EU.

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