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Chemie : RAG-Stiftung will Anteil an Evonik auf 25 Prozent senken

  • Aktualisiert am

Evonik: Die RAG-Stiftung will Anteile abstoßen. Bild: dpa

Die RAG-Stiftung will ihren Mehrheitsanteil an dem Essener Chemiekonzern Evonik deutlich abbauen und in andere Industrie-Branchen investieren. Derweil schießen Personalspekulationen rund um den scheidenden Kanzleramtsminister Pofalla und die RAG-Stiftung ins Kraut.

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          Die RAG-Stiftung will ihren Mehrheitsanteil an dem Essener Chemiekonzern Evonik  deutlich abbauen. „Wir werden früher oder später Evonik-Aktien verkaufen. Auf lange Sicht wollen wir den Anteil an Evonik auf gut 25 Prozent senken“, sagte Stiftungs-Chef Werner Müller der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe).

          „Die Industrie-Branchen, in die wir investieren wollen, sollen möglichst weit weg sein von der Chemie. Mit unserer 67,9-Prozent-Beteiligung an Evonik sind wir in der Chemie bereits stark engagiert.“ Das Risiko müsse breiter gestreut werden.

          „Wir wollen künftig bis zu 35 Prozent unserer Anlagen in die gewerbliche Wirtschaft investieren. Wir halten nach Mittelständlern in Deutschland, der Schweiz und Österreich Ausschau, die bereits eine starke Position auf dem Markt haben“, bekräftigte Müller frühere Aussagen. „Wir könnten direkt einsteigen oder in Mittelstandsfonds investieren.“ In Start-Ups werde man aber nicht gehen. Zudem will die RAG-Stiftung Bildung, Wissenschaft, Kultur stärker fördern. „Auf Dauer planen wir, fünf bis zehn Prozent unserer Erlöse einzusetzen.“

          Evonik war im vergangenen April nach mehreren vergeblichen Anläufen der Sprung an die Börse geglückt. Damals erreichte die Aktie mit 33,20 Euro auch ihr Jahreshoch. Am Freitag kosteten sie nur noch 27,98 Euro. Die Anleger können aber zumindest auf eine steigende Dividende hoffen.

          Die RAG-Stiftung hatte im Herbst deutlich gemacht, dass sie auf eine Dividende von einem Euro pro Anteilsschein für 2013 setzt - nach 0,92 Euro je Aktie für das Jahr 2012. Zu den weiteren Großaktionären zählt der amerikanische Finanzinvestor CVC, der rund 18 Prozent hält.

          Aktuell war die RAG-Stiftung mit Personalspekulationen in den Schlagzeilen gewesen: Es hatte Gerüchte gegeben, dass der bisherige Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU), der die Bundesregierung verlässt, zu der Stiftung wechseln werde. Die RAG-Stiftung wies diese Gerüchte jedoch am Samstag zurück.

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