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Aktienkurs minus 5 Prozent : Chemie-Konzern BASF leidet unter „Sommerloch“

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Im Labor tüfteln die BASF-Experten weiter. Bild: obs

Der niedrige Ölpreis und die lahmende Konjunktur in einigen Schwellenländern bereiten dem BASF-Konzern Sorgen. Wegen eines Geschäfts in Russland steigt der Quartalsgewinn trotzdem.

          Der Chemiekonzern BASF hat nach einem unerwartet hohen Ergebnisrückgang im dritten Quartal seine Jahresziele gesenkt. „Das Sommerloch in diesem Jahr war ausgeprägt, zudem zogen die Mengen auch im September nicht an“, sagte Vorstandschef Kurt Bock. „Wichtige Märkte wie Brasilien befinden sich in einer Rezession oder wachsen schwächer, wie China.“

          Der operative Gewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen fiel von Juli bis September um zehn Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Professionelle Beobachter hatten einen geringeren Rückgang erwartet. Unter dem Strich stieg der Gewinn hingegen um 19 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, wozu vor allem der Ertrag aus dem kürzlich abgeschlossenen Milliardendeal mit dem russischen Rohstoffkonzern Gasprom beitrug. Vorbörslich fiel der BASF-Aktienkurs um mehr als fünf Prozent.

          Neben der schwächeren Konjunktur in einigen großen Schwellenländern macht BASF auch der stärker als erwartet gefallene Ölpreis zu schaffen. Für dieses Jahr rechnet der Vorstand nun damit, dass Umsatz und bereinigter Betriebsgewinn leicht sinken. Bislang sollte der Umsatz leicht zulegen und der Betriebsgewinn das Vorjahresniveau von 7,36 Milliarden Euro erreichen.

          Im dritten Quartal setzte BASF 17,4 Milliarden Euro um, das entspricht einem Rückgang von fünf Prozent. Rund lief es vorwiegend im Geschäftsbereich Functional Materials & Solutions, zu dem etwa das Geschäft mit Autokatalysatoren, Lacken, technischen Kunststoffen und Produkten für die Bauindustrie gehört. Dort legte der bereinigte Betriebsgewinn um 20 Prozent zu.

          Niedriger Ölpreis belastet

          In fast allen anderen Geschäftsbereichen sank dagegen das Ergebnis. Vor allem das Öl- und Gasgeschäft leidet unter dem gesunkenen Ölpreis. Im Agrarchemiegeschäft brach das Ergebnis sogar um 84 Prozent ein. Dabei setzten der schwache Real im wichtigen Markt Brasilien und höhere Kosten dem Chemieriesen zu.

          Auch die Konkurrenz leidet unter der Marktschwäche in Lateinamerika. Der amerikanische Rivale Dow Chemical hatte sein Agrarchemiegeschäft in der vergangenen Woche nach einem abermals schwachen Quartal auf den Prüfstand gestellt. Die Rivalen DuPont und Syngenta hatten ihre Ergebnisprognosen gesenkt.

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