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Chemie : Celanese kündigt Quartalsverlust an

  • Aktualisiert am

Rauchwolken über der Celanese-Aktie Bild: dpa

Der Chemiekonzern Celanese AG, der 1999 aus der ehemaligen Hoechst AG hervorgegangen ist, rechnet wegen einer gegen Hoechst verhängten Kartellstrafe im dritten Quartal 2003 mit einem Nettoverlust.

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          Der Chemiekonzern Celanese AG, der 1999 aus der ehemaligen Hoechst AG hervorgegangen ist, rechnet wegen einer gegen Hoechst verhängten Kartellstrafe im dritten Quartal 2003 mit einem Nettoverlust. Wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt, wird die von der EU gegen Hoechst verhängte Strafe in Höhe von 99 Millionen Euro bei Celanese voraussichtlich zu Aufwendungen von 74 Millionen Euro führen. Die EU-Kommission hatte in der vergangenen Woche gegen Hoechst sowie vier japanische Hersteller von Konservierungsmitteln ein Bußgeld von zusammen 138 Millionen Euro verhängt. Für Wettbewerbskommissar Mario Monti haben die Preisabsprachen in der Zeit zwischen 1979 bis 1996 sogar den Charakter einer Verschwörung angenommen. Dies hätten die Verbraucher mit überhöhten Preisen für Wurst- und Backwaren, Getränke sowie Kosmetika bezahlen müssen. Dort werden die Konservierungsmittel gegen Pilz- und Bakterienbildung eingesetzt.

          Im Abspaltungsvertrag zwischen der Hoechst AG und Celanese war einerseits vereinbart worden, daß Celanese die Verpflichtungen aus dem damals übernommenen Geschäft mit Sorbaten übernehmen sollte, um das es bei der Kartellstrafe geht. Hoechst hatte sich im Gegenzug andererseits dazu verpflichtet, Celanese für 80 Prozent der aus solchen Verpflichtungen resultierenden Zahlungen zu entschädigen. Dieser Anteil wird nun wie vereinbart von der Hoechst-Nachfolgegesellschaft Aventis S.A., Straßburg, übernommen werden. Juristisch existiert Hoechst noch als Zwischenholding im Aventis-Konzern. Wie es heißt, wird die Zahlung der Celanese-Geldbuße erst nach dieser Zahlung erfolgen und beim Unternehmen zu einem Liquiditätsabfluß von rund 20 Millionen Euro führen. Aufwendungen in Zusammenhang mit diesem Fall werden im Einklang mit amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften indes ohne Berücksichtigung der Erstattungen durch Hoechst gebucht. Die Erstattungen erscheinen vielmehr direkt im Eigenkapital als Kapitalerhöhung. Deshalb und wegen einer zu einem früheren Zeitpunkt erfolgten Rückstellung von 25 Millionen Euro erwartet Celanese Aufwendungen von 74 Millionen Euro und zugleich eine Kapitalerhöhung von 80 Prozent der Aufwendungen. Analysten rechnen lediglich mit einer kurzfristigen Belastung für das Unternehmen.

          Zudem weist Celanese darauf hin, daß noch nicht über weitere juristische Schritte im Zusammenhang mit der Geldbuße entschieden sei. Die Ankündingungen stehen deshalb unter dem Vorbehalt noch möglicher Änderungen am Strafmaß. Die Höhe der Zahlung sei davon abhängig, ob ein Rechtsmittelverfahren Erfolg hat. Die den amerikanischen Bilanzierungsrichtlinien folgende bilanzielle Erfassung des Vorgangs werde die Fähigkeit von Celanese zur Zahlung einer Dividende nicht beeinträchtigen. (Kno.)

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