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Chemie : Anleger entdecken Chancen der Chemie

Bild: F.A.Z.

Ein wieder etwas stärkerer Dollar, Hoffnungen auf eine verbesserte konjunkturelle Lage und Erfolge beim Kostenabbau können den Kursen der Chemieaktien weiteren Schub verleihen.

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          Ein wieder etwas stärkerer Dollar, Hoffnungen auf eine verbesserte konjunkturelle Lage und Erfolge beim Kostenabbau können den Kursen der Chemieaktien weiteren Schub verleihen. Zunächst wird es aber wohl kaum positive Überraschungen geben, wenn die deutschen Chemieunternehmen in den kommenden Wochen ihre Zwischenergebnisse vorlegen. Denn die Industrie hat ein schwieriges zweites Quartal hinter sich. Der Blick auf den seit rund zwei Monaten endlich wieder im Gleichschritt mit dem Dax gestiegenen Aktienkurs von BASF oder auf die noch bessere Wertentwicklung der Papiere von Celanese oder Bayer spiegelt diese Entwicklung zwar nicht wider. Doch boten der gegenüber dem Euro zuletzt schwache Dollarkurs sowie hohe Rohstoffpreise bisher nicht das richtige Umfeld für eine Euphorie bei den Unternehmen selbst.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Die Nachfrage ist in den vergangenen Wochen ebenfalls wieder zurückgegangen, nachdem es vor dem Krieg im Irak im ersten Quartal zu einem Lageraufbau gekommen war. Zudem liegt die Vergleichslatte hoch: Im zweiten Quartal 2002 war das Geschäft noch recht gut verlaufen. Daß in der chemischen Industrie dennoch von steigenden Gewinnen die Rede ist, hat seinen Grund in der Regel im Abbau von Kosten. Unterdessen haben viele Chemieunternehmen im vergangenen Quartal die niedrigen Zinsen zur Refinanzierung genutzt und sich seit Mai Kapital zu sehr günstigen Konditionen beschafft. Die Branche ist ohnehin durchweg solide finanziert. Der Mittelzufluß (Cash-flow) ist hoch und der Appetit auf Übernahmen gering, weshalb nach Ansicht der Analysten der Hypo-Vereinsbank (HVB) in München Aktienrückkäufe an Attraktivität gewinnen. "Der Finanzstatus, die Finanzkraft und die Option weiterer Aktienrückkäufe oder steigender Dividenden angesichts niedriger Verschuldung bleiben weiterhin wichtige Pluspunkte für die Branche", heißt es bei der Bank.

          Wer dann auch noch optimistisch auf die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2004 blickt, den muß nicht stören, daß der Verband der chemischen Industrie seine Wachstumshoffnungen für 2003 längst begraben hat. Beim Blick auf einzelne deutsche Branchenvertreter äußern sich Analysten skeptisch zu den kurzfristigen Perspektiven von Bayer und BASF. Doch die längerfristige Anlagemeinung zu beiden Papieren ist in der Regel positiver. Kurzum: In der Chemie stecken Chancen.

          Lichtblicke für den Chemiesektor

          BASF und Bayer mittelfristig interessant

          Bei BASF, dem größten Chemiekonzern der Welt, zeigen die Analysten der UBS zwar sogar die Gefahr auf, daß der für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im zweiten Quartal angegebene Zielkorridor verfehlt wird. Das Unternehmen hat weniger als das Ergebnis des ersten Quartals 2003, nämlich 944 Millionen Euro, und mehr als 822 Millionen Euro in Aussicht gestellt, was dem Ergebnis des zweiten Quartals 2002 entsprechen würde. Gleichwohl gibt es manche wohlwollende Meinung zur BASF-Aktie, so auch von UBS oder der Deutschen Bank. Die hohen Investitionen der vergangenen Jahre haben zum Beispiel dazu geführt, daß zwischen 2000 und 2003 eine große Zahl neuer Anlagen in Betrieb genommen worden ist. Die neuen Kapazitäten lassen Mengensteigerungen oberhalb der durchschnittlichen Marktentwicklung zu. Zudem wird der BASF-Produktionsverbund effizienter, denn zum Teil wurden durch die Investitionen unrentablere alte Anlagen durch neue ersetzt. Das BASF-Portfolio ist breit diversifiziert, was das Unternehmen und seine Aktie sehr krisenfest erscheinen läßt. Die UBS nennt ein Kursziel von 47 Euro.

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