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Chef der Wettbewerbsabteilung : Albtraum der Tech-Giganten

Im Visier der Kartellämter: der amerikanische Tech-Gigant Google Bild: Reuters

Jonathan Kanter soll einen der wichtigsten Kartellposten in den USA bekommen. Das dürfte vor allem Google und Apple alarmieren – damit sitzt der dritte Tech-Kritiker an einer zentralen Schaltstellen der amerikanischen Kartellpolitik.

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          Unter Kritikern von Technologiegiganten im amerikanischen Kongress war es in den vergangenen Monaten schick, sich mit einer Kaffeetasse zu zeigen, auf der „Wu & Khan & Kanter“ zu lesen war. Manche stellten Fotos von sich selbst mit der Tasse in soziale Netzwerke. Die drei Namen gehören prominenten Widersachern der großen amerikanischen Tech-Konzerne, und die Tasse war dazu gedacht, sie alle für einflussreiche Positionen rund um Wettbewerbsfragen in der amerikanischen Regierung ins Gespräch zu bringen. „Das perfekte Geschenk für jeden wahren Liebhaber von Kaffee und Kartellrecht“, heißt es auf einer Internetseite, auf der die Tasse verkauft wird.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die Wünsche auf der Tasse haben sich nach und nach bewahrheitet. Als Erstes wurde im Februar Tim Wu in den Nationalen Wirtschaftsrat berufen, wo er für die Technologie und Wettbewerbsangelegenheiten zuständig ist. Im Juni übernahm Lina Khan die Spitze der Verbraucherschutz- und Kartellbehörde FTC. Und vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Präsident Joe Biden den 47 Jahre alten Kartellanwalt Jonathan Kanter als Chef der Wettbewerbsabteilung im Justizministerium nominieren will.

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