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Batteriezellfertigung kommt : Porsche baut die Super-Zelle

Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Porsche-Chef Oliver Blume (beide ganz rechts) stehen am Montag vor einem Porsche Taycan Turbo S. Bild: Bloomberg

Porsche steigt in die Entwicklung und Produktion von Batteriezellen ein. Zuerst soll es sie nur für Rennwagen geben – dann vielleicht auch in Großserie.

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          Porsche steigt in Entwicklung und Produktion von Batteriezellen ein, die vor allem für Rennwagen und Supersportwagen eingesetzt werden und entsprechend leistungsstark sein sollen. Das Projekt, über das Porsche-Chef Oliver Blume schon vor mehreren Wochen in der F.A.S. berichtet hatte, nimmt nun Gestalt an – und zwar in der neuen Cellforce Group, einem Gemeinschaftsunternehmen mit der Fraunhofer-Ausgründung Customcells aus Itzehoe.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          „Damit positionieren wir uns an der Spitze des weltweiten Wettbewerbs um die leistungsstärkste Batteriezelle“, sagte Porsche-Vorstandschef Oliver Blume zum offiziellen Auftakt der Aktivitäten im Beisein von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sowie Thomas Bareiß, CDU-Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Das Gemeinschaftsunternehmen, an dem Porsche 83,75 Prozent hält und in das der Autohersteller einen zweistelligen Millionenbetrag investiert, bekommt auch Subventionen aus der europäischen Batterie-Initiative. Insgesamt 60 Millionen Euro kommen von Land und Bund.

          Eine Fabrik im Tesla-Maßstab gibt es zunächst nicht, sondern eine kleine Batteriezellproduktion, die Mitte des Jahrzehnts „bis zu 80 Beschäftigte“ haben wird, voraussichtlich mit Standort in Tübingen. Geplant wird zunächst mit einer Jahreskapazität von 100 Megawattstunden, war für etwa tausend Fahrzeuge reicht. Den Stückzahlen gemäß geht es um Rennwagen von Porsche sowie Luxuswagen der VW-Gruppe wie Bugatti oder Lamborghini.

          Ein reines Nischenprodukt muss die Hochleistungszelle aber nicht bleiben, machte Porsche-Vorstandschef Oliver Blume deutlich: „In einem zweiten Schritt können wir nachdenken über eine Giga-Fabrik – der Markt ist mit Sicherheit da“, sagte er. Das jetzt vorgestellte Projekt sei aber nicht Teil der geplanten sechs Batteriezellwerke von Volkswagen, die der Wolfsburger Konzern in diesem Frühjahr angekündigt hat.

          Der Schlüssel: Höhere Energiedichte

          Die neue Superzelle, für deren Anode Silizium verwendet wird, soll verglichen mit den aktuellen Serienbatterien eine höhere Energiedichte haben, wodurch sie kompakter ausfällt. Außerdem kann sie mehr Energie bei der Rekuperation aufnehmen und verkürzt die Ladezeiten. Entwicklungspartner von Cellforce ist neben Customcells der Chemiekonzern BASF, der hochenergetisches Kathodenmaterial liefert.

          Die Idee für die Fertigung solcher Hochleistungs-Batteriezellen geht auf eine Initiative der Stuttgarter Technologieberater P3 Group zurück, die das Konzept entwickelt und gemeinsam mit Customcells die Bewerbung um Subventionen im Rahmen des europäischen IPCEI-Programms initiiert hat. Dabei kommt es auf innovative und nachhaltige Technologien an.

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