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Abermalige Verhaftung : Carlos Ghosn: Sie wollen mich mundtot machen

Charles Ghosn am Mittwoch in Tokio: Wenig später wird er abermals verhaftet. Bild: dpa

Wenige Tage vor einer angekündigten Pressekonferenz ist der frühere Nissan-Chef Carlos Ghosn zum vierten Mal verhaftet worden. Es geht um Zahlungen nach Oman und den Vorwurf der Veruntreuung.

          Der frühere Nissan-Chef Carlos Ghosn ist am Donnerstag in Tokio zum vierten Mal verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt ihn der Veruntreuung von Geld Nissans. Ghosn, der wegen anderer Verfehlungen angeklagt ist, war erst am 6. März auf Kaution aus dem Gefängnis entlassen worden.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Die Staatsanwaltschaft verdächtigt ihn, rund zwei Milliarden Yen (15 Millionen Dollar) von einer Tochtergesellschaft Nissans an einen Autovertrieb in Oman als Marketingausgaben überwiesen zu haben. Fünf Millionen Dollar davon seien dann auf ein Bankkonto unter Kontrolle Ghosns überwiesen worden.

          Im Hintergrund stehen Zahlungen Nissans von 3,5 Milliarden Yen, rund 31 Millionen Dollar zum heutigen Kurs, an Suhail Bahwan Automobiles (SBA), einen Autovertrieb in Oman. Das Geld kam aus der sogenannten CEO-Reserve von Nissan, als Ghosn diese Position innehatte. Von dem Autovertrieb soll Geld als Kredit an Ghosn geflossen und auch für den Kauf einer Yacht verwendet worden sein. Ähnliche Vorwürfe gibt es auch wegen Zahlungen Renaults an den Vertrieb in Oman.

          Die Verhaftung sei ungeheuerlich und willkürlich, kommentierte Ghosn in einer Stellungnahme. Es sei Teil des Versuchs einiger Individuen bei Nissan, ihn mundtot zu machen, indem man die Staatsanwaltschaft irreführe. Nissan lehnte einen Kommentar zu den Vorfällen ab, weil es sich zu laufenden juristischen Prozessen nicht äußern wolle.

          Ghosn hatte erst am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst Twitter mitgeteilt, dass er am kommenden Donnerstag in einer Pressekonferenz die Wahrheit über den Fall berichten wolle.

          Der früher mächtige Chef der Allianz von Renault, Nissan Motor und Mitsubishi Motors, war im November in Japan erstmals nach der Ankunft auf dem Flughafen verhaftet worden. Er ist angeklagt wegen des Verdachts, sein Einkommen in Finanzberichten Nissans zu gering ausgewiesen zu haben. Auch soll er verlustreiche Wertpapiere zeitweise auf Nissan übertragen haben. In dem Zusammenhang ist er auch der Veruntreuung angeklagt, weil Nissan Geld an einen saudischen Geschäftsmann überwiesen hatte, der Ghosn aus einer finanziellen Bredouille geholfen hatte. Ghosn bestreitet alle Vorwürfe.

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