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Carla Cargo : Fahrradanhänger für schwere Lasten

  • -Aktualisiert am

Anhänger im Einsatz Bild: Carla Cargo

Von der Kaffeebar bis zur Silent Disco: Ein deutsches Unternehmen stellt Anhänger her, mit denen 150 Kilogramm transportiert werden können. Während des Lockdowns fuhren viele von ihnen durch New York.

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          Was haben ein Elefant, die solidarische Landwirtschaft und der Wunsch nach einer Alternative zum Auto miteinander zu tun? Die Antwort erfährt man von der Carla Cargo Engineering GmbH aus Kenzingen, die 2018 gegründet worden ist. Einige Jahre zuvor benötigte die solidarische Landwirtschaft Gartencoop Freiburg einen Lastenanhänger für Fahrräder, um große Mengen Gemüse CO2-frei ausliefern zu können.

          Gründer und Geschäftsführer Markus Bergmann entwickelte mit der Hilfe von Freunden einen Anhänger mit integrierter mechanischer Auflaufbremse. So kann die beim Bremsen auftretende Bewegungsenergie in Bremskraft umgesetzt werden.

          Ein Jahr lang wurden die ersten Carla-Cargo-Modelle weiterentwickelt. Im Sommer 2014 konnte dann mit ihnen Gemüse ausgeliefert werden. Normalerweise können mit Fahrrad- und Lastenanhängern höchstens 60 Kilogramm transportiert werden, mit Anhängern von Carla Cargo sind es 150 Kilogramm.

          Ein besonderes Projekt

          Inzwischen gibt es laut David Hansen, der für Vertrieb, Controlling und Marketing verantwortlich ist, verschiedene Aufbauten. „Man kann alles auf unsere Plattform stellen, vom Pizzaladen über die mobile Kaffeebar bis hin zu einer mobilen Küche“, erklärt Hansen.

          Als besonderes Beispiel nennt er die Silent Disco. In diesen Lastenanhängern befinden sich zwischen zehn und 1000 Kopfhörer. Mit ihnen kann man drei eigene Audioquellen verbinden. Welches Lied man anhört, zeigt die Farbe der Kopfhörer. So kann man mit jemandem tanzen, dessen Kopfhörer in derselben Farbe leuchten, und große Feiern ohne Lärm veranstalten.

          Laut Bergmann stellte der amerikanische Konzern Amazon Ende 2018 eine Anfrage. Carla Cargo sollte in kurzer Zeit eine große Menge Lastenanhänger produzieren. Anfang 2019 fuhren dann rund 300 Anhänger durch New York. Während des Lockdowns wurden sie genutzt, um Lebensmittel an ältere Leute zu liefern.

          eCarlas nur in Europa

          2018 verkaufte das Unternehmen knapp 100 und 2019 fast 500 Anhänger. Für dieses Jahr rechnet man mit rund 1000. Es gibt auch eine eCarla mit elektrischer Unterstützung, aber bislang nur in Europa, was technische und rechtliche Gründe hat. Das Unternehmen beschäftigt 13 Mitarbeiter. Auf ihren Pullovern prangt das Logo in Form eines Elefanten; er soll die Kraft, etwas bewegen zu können, symbolisieren.

          Doch woher kommt der Unternehmensname? „Herr Bergmann bekam bei der Gründung der Firma seinen ersten Sohn, danach kam sein zweiter Sohn, und dann war noch der Wunsch nach einer Tochter da. Und jetzt hat er als Ersatz seine Firma, die er Carla genannt hat“, erklärt Hansen mit einem Lächeln.

          Die Produkte werden an Firmenkunden verkauft. Deutsche Nutzer wollten eine Alternative zum Auto, berichtet Hansen. Amazon gehe es um eine schnellere Alternative zum Auto. Der Preis einer Carla beginnt bei 3000 Euro, einer eCarla bei 5000 Euro. Der Umsatz sei 2019 über eine Million Euro gestiegen. „Für einen Firmenkunden muss man den Anhänger mit einem Auto vergleichen“, sagt Hansen. Dieses sei wesentlich teurer und könne nicht am Stau vorbeifahren.

          Der Artikel stammt aus dem Schülerprojekt „Jugend und Wirtschaft“, das die F.A.Z. gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Banken veranstaltet.

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